Dezember 1973

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1.12.1973, Samstag

Die Regierung von Uruguay verbietet acht marxistische Parteien, die kommunistischen Zeitungen “El Popular” und “Cronica” sowie den Verband der Universitätsstudenten FEUU. Für die Regierung, so die Begründung, sei der Marxismus mit den demokratischen Traditionen des lateinamerikanischen Staates unvereinbar.

Australien gewährt Papua-Neuguinea innere Selbstverwaltung.

Der Mitbegründer des Staates Israel, David Ben Gurion, stirbt 87jährig in Tel Aviv.

2.12.1973, Sonntag

In Cleveland im US-Bundesstaat Ohio gewinnt Australien das am 30. November begonnene Finale im Tennis-Davis-Cup gegen die USA 5:0.

Per Volksabstimmung billigen die Schweizer vier Konjunkturbeschlüsse. Zur Kontrolle der stark ansteigenden Preise wird Leo Schürmann berufen.

Der britische Außenminister Alexander Frederick Douglas-Home trifft zu einem viertägigen offiziellen Besuch in der Sowjetunion ein. In den seit 1971 wegen der Ausweisung von 105 sowjetischen Diplomaten äußerst frostigen Beziehungen zeichnet sich ein Umschwung ab.

Die arabischen Staaten Ägypten und Libyen brechen offiziell ihre diplomatischen Beziehungen ab.

3.12.1973, Montag

Bei den Parlamentswahlen in Dänemark büßen alle bisher im Folketing vertretenen Parteien Stimmen ein. Hinter den Sozialdemokraten, die von 70 Sitzen 24 verlieren, etabliert sich die neugegründete Fortschrittspartei mit 28 Mandaten. Noch in der Wahlnacht tritt der sozialdemokratische Ministerpräsident Anker Jørgensen zurück.

Eine vom Vietcong abgefeuerte Rakete zerstört das südvietnamesische Öldepot südwestlich von Saigon. Dort lagerte etwa ein Drittel der Ölreserven des Landes.

4.12.1973, Dienstag

Mit Blockaden protestieren die Lkw-Fahrer in den USA gegen die negativen Folgen der Ölpreissteigerungen.

Im Abstand von 130 300 km passiert die Raumsonde “Pioneer 10” den Jupiter und sendet Bilder zur Erde.

US-Präsident Richard M. Nixon richtet ein Bundesamt für Energie ein.

Herbert Wehner wird mit 172 gegen 47 Stimmen als SPD-Fraktionsvorsitzender bestätigt. Die hohe Zahl der Nein-Stimmen ist das Ergebnis von Wehners heftiger Kritik an der Bundesregierung.

5.12.1973, Mittwoch

Das Bundeskabinett verabschiedet das vierte Atomprogramm. Für die Jahre 1973 bis 1976 sind Ausgaben in Höhe von 6,1 Mrd. DM vorgesehen. Die größten Posten stehen für die Grundlagenforschung und die Reaktorentwicklung zur Verfügung.

Auf Beschlus der Bundesregierung erhalten Einkommensschwache, die mit Öl heizen, einen Zuschuss.

In Bonn unterzeichnen Belgien und die Bundesrepublik Deutschland ein Zusatzabkommen zum Kriegsopfervertrag vom 21. September 1963. Dadurch werden die Renten von Kriegsopfern unter den Zwangseingezogenen zur deutschen Wehrmacht und den paramilitärischen Organisationen sowie der Witwen, Waisen und Hinterbliebenen einander angeglichen.

Ohne Gegenkandidaten wird Kenneth Kaunda zum dritten Mal in das Amt des Präsidenten von Sambia gewählt.

6.12.1973, Donnerstag

Gegen die Stimmen der Opposition verabschiedet der Bonner Bundestag eine Reform des Erbschaftssteuergesetzes. Große Hinterlassenschaften werden künftig höher als kleine besteuert.

In Frankreich lähmt ein eintägiger Generalstreik große Teile des öffentlichen Lebens.

Drei amerikanische Professoren (Stephan Feinstone, Albert Kapikiak, Robert Purcell) geben die Entdeckung des Hepatitis-Erregers bekannt. Hepatitis ist eine durch Viren hervorgerufene Entzündung der Leber.

7.12.1973, Freitag

Mit 83 gegen zwei Stimmen bei 38 Enthaltungen stimmt die UNO-Generalversammlung dem sowjetischen Vorschlag zu, die Militärbudgets der fünf Mitglieder des Sicherheitsrats um 10% zu kürzen und dieses Geld für vermehrte Entwicklungshilfe einzusetzen.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit beginnt in Stockholm ein Prozess gegen zwei Journalisten. Sie sollen staatsgefährdendes Material über den schwedischen Geheimdienst veröffentlicht haben. Eine Protestbewegung solidarisiert sich mit den Angeklagten und wirft der Regierung vor, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu verletzen.

8.12.1973, Samstag

US-Präsident Richard M. Nixon legt seine persönlichen finanziellen Verhältnisse offen. Er reagiert damit auf Vorwürfe, er habe unverhältnismäßigen Profit aus seinem Amt gezogen.

9.12.1973, Sonntag

Carlos Andres Pérez Rodriguez, Kandidat der Accíon Democrática (AD), wird mit annähernd 49% der abgegebenen Stimmen zum Präsidenten Venezuelas gewählt. Die AD ist die erste Massenpartei des Landes. Sie ist kleinbürgerlichen Ursprungs und hat ihre Basis in der ländlichen Bevölkerung. Die antiimperialistische Bewegung fordert politische und soziale Reformen sowie die Integration der Massen durch ein allgemeines Wahlrecht.

Der britische Premierminister Edward Heath und die Vertreter der beiden Teile Irlands, Liam Thomas Cosgrave und Brian Faulkner, einigen sich auf die Bildung eines gesamtirischen Rats.

10.12.1973, Montag

Als sechstes Opfer innerhalb weniger Wochen wird in Italien der Fiat-Personalchef Ettore Amerio entführt.

Der Berner Bundesrat beschließt, die Zölle zwischen der Schweiz und der Europäischen Gemeinschaft (EG) vom 1. Januar 1974 an um 40% zu senken.

Bei ihrem bis zum 12. Dezember dauernden Besuch in Kanada unterzeichnet eine polnische Wirtschaftsdelegation ein auf drei Jahre befristetes Abkommen über die Lieferung kanadischen Weizens an Polen.

Österreich unterzeichnet die “Menschenrechtsakte” der UN.

In Stockholm werden die Nobelpreise 1973 für Physik, Medizin, Chemie, Wirtschaftswissenschaften und Literatur verliehen. Der Friedensnobelpreis wird in Oslo überreicht. Die Auszeichnung ist mit umgerechnet 310 000 DM verbunden.

11.12.1973, Dienstag

In Prag unterzeichnen der tschechoslowakische Ministerpräsident Lubomír Strougal und Bundeskanzler Willy Brandt den deutsch-tschechoslowakischen Vertrag. Das am 19. Juli 1974 in Kraft tretende Abkommen annulliert das Münchener Abkommen vom 29. September 1938.

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus billigt die von Präsident Richard M. Nixon beantragte Militärhilfe für Israel in Höhe von 2,2 Mrd. US-Dollar (5,8 Mrd. DM).

Vertreter der Bank von Ljubljana und der hessischen Zentralbank vereinbaren die Einrichtung der Internationalen Handelsbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Es ist das erste jugoslawische Geldinstitut im Ausland.

12.12.1973, Mittwoch

Der Deutsche Bundestag hebt die Immunität des Abgeordneten Karl Wienand (SPD) auf. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Steuerhinterziehung.

Das Arbeitssicherheitsgesetz verpflichtet die Arbeitgeber in der Bundesrepublik, Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte einzustellen. Sie sollen den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie die Unfallverhütung gewährleisten.

An der deutsch-deutschen Grenze werden die ersten beiden von 14 geplanten Telefonverbindungen in Betrieb genommen. In dringenden Schadensfällen sollen sie den Informationsaustausch sicherstellen.

13.12.1973, Donnerstag

Die britische Fernsehanstalt ITV strahlt die erste Folge der 26teiligen Serie “World at War” aus. Darin wird erstmals die Geschichte des Zweiten Weltkriegs von Anfang bis Ende dargestellt. Den Kommentar spricht Sir Laurence Olivier.

Das vom Bonner Bundestag verabschiedete neue Filmförderungsgesetz sieht u.a. vor, Prädikatsfilme unabhängig vom Einspielergebnis finanziell zu unterstützen. Die Fernsehanstalten verpflichten sich zu Koproduktionen.

Der britische Premierminister Edward Heath kündigt drastische Maßnahmen zur Energieeinsparung an. Einzelne Betriebe erhalten nur noch zweieinhalb Tage pro Woche Strom, und das Fernsehprogramm endet früher als üblich. Die Regierung reagiert hiermit auf Streikaktionen der Bergarbeiter, Lokomotivführer und Kraftwerksingenieure. Sie fordern Lohnerhöhungen, die über das vom staatlichen Anti-Inflationsprogramm gesetzte Maß hinausgehen.

Die niederländische Regierung friert Löhne und Gehälter ein.

US-Außenminister Henry A. Kissinger beginnt seine bis zum 20. Dezember dauernde zweite Nahostreise.

14.12.1973, Freitag

Der FDP-Bundesvorstand nominiert seinen Vorsitzenden, Bundesaußenminister Walter Scheel, als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten.

In Kairo vereinbaren Ägypten und eine US-Gesellschaft den Bau einer Pipeline von Suez nach Alexandria.

Unter Leitung des neuen Intendanten August Everding eröffnet die Hamburger Staatsoper ihre Spielzeit mit Hugo von Hofmannsthals “Elektra”.

Der Gewichtheber im Superschwergewicht Rudolf Mang stellt in München mit 183 kg einen Weltrekord im Reißen auf.

15.12.1973, Samstag

Auf der EG-Gipfelkonferenz in Kopenhagen beenden die Teilnehmer die am Vortag begonnene Abfassung des Dokuments über die europäische Identität. Darin definiert sich die Europäische Gemeinschaft als Friedensmacht und nicht als Supermacht.

Paul Getty III. wird nach Zahlung eines Lösegelds in Höhe von umgerechnet 6,8 Mio. DM in Süditalien freigelassen.

17.12.1973, Montag

Die französische Regierung übernimmt die Kunstsammlung Pablo Picassos in Staatsbesitz. Im Gegenzug brauchen die Haupterben, Picassos Ehefrau Jacqueline und Sohn Paulo, keine Erbschaftssteuer zu bezahlen.

In deutscher Erstaufführung wird am Bochumer Schauspielhaus unter der Regie von Peter Zadek das Stück “Die Wilden” (“Savages”) von Christopher Hampton aufgeführt. Das von Martin Walser ins Deutsche übertragene Werk hatte im April in London Weltpremiere.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung legt sein Sondergutachten “Zu den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Ölkrise” vor.

In Rom verübt ein palästinensisches Kommando den bislang blutigsten Terroranschlag auf die zivile Luftfahrt.

18.12.1973, Dienstag

In Uruguay übernimmt ein 25köpfiger Staatsrat die Funktion des ehemaligen Parlaments.

Großbritannien und die DDR unterzeichnen in London ein erstes Regierungsabkommen über wirtschaftliche, industrielle und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit. Es hat eine Laufzeit von zehn Jahren und sieht die Bildung einer Kommission vor, die Vorschläge für die praktische Umsetzung des Vertrages erarbeiten soll.

Für Namibia wird ein UN-Kommissar eingesetzt.

US-Wissenschaftler geben die Entwicklung eines Verfahrens zur Vorsorgeuntersuchung des Herzinfarkts bekannt. Die Methode sei aus Erkenntnissen der NASA-Raumforschung abgeleitet.

19.12.1973, Mittwoch

Die Bundesregierung hebt einzelne im Mai getroffene Maßnahmen des Stabilitätsprogramms auf, da sich die Konjunktur abschwächt. Hierzu gehört die Förderung von Investitionen. Die Arbeitslosenzahl übersteigt die Millionengrenze.

Aufgrund des Wahlergebnisses vom 4. Dezember ernennt Königin Margrethe II. von Dänemark den Vorsitzenden der Liberalen Partei, Paul Hartling, zum neuen Ministerpräsidenten. Seine Minderheitsregierung stützt sich auf nur 22 der 179 Parlamentsmandate. Zuvor scheiterte der Versuch des bisherigen Ministerpräsidenten, Anker Jørgensen, eine Mehrheitskoalition zu bilden.

20.12.1973, Donnerstag

Durch ein Sprengstoffattentat in Madrid wird der spanische Ministerpräsident Luis Carrero Blanco getötet. Am 23. Dezember bekennt sich die Baskische Befreiungsorganisation ETA zu dem Anschlag. Carrero Blancos Stellvertreter Fernández Miranda übernimmt übergangsweise die Amtsgeschäfte.

Frankreichs Präsident Georges Pompidou spricht Ministerpräsident Pierre Auguste Joseph Messmer in einer Fernsehansprache sein Vertrauen aus. In der Presse und politischen Kreisen war dessen Rücktritt gefordert worden.

21.12.1973, Freitag

Am Württembergischen Staatstheater wird das Lehrstück “Staschek oder Das Leben des Ovid” von Hartmut Lange uraufgeführt.

Aufgrund eines wirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes darf die niederländische Regierung ab sofort Mieten, Preise, Löhne und Dividenden unter Kontrolle nehmen.

In Prag unterzeichnen Österreich und die Tschechoslowakei ein Abkommen über die Vermessung der Staatsgrenze und das gemeinsame Vorgehen bei Grenzzwischenfällen.

Die Bundesrepublik Deutschland vereinbart mit Bulgarien und Ungarn, diplomatische Beziehungen aufzunehmen.

In Genf wird die zweitägige Nahostfriedenskonferenz unter UN-Schirmherrschaft mit den USA und der Sowjetunion als Co-Präsidenten eröffnet. Außerdem nehmen Ägypten, Jordanien und Israel teil. Alle Staaten berufen sich auf die Resolution 242 von 1967, legen sie aber unterschiedlich aus. Die Konferenz vertagt sich, um das Ergebnis der von US-Außenminister Henry A. Kissinger diplomatisch vorbereiteten Truppenentflechtung abzuwarten.

22.12.1973, Samstag

Japans Regierung ruft den Wirtschaftsnotstand aus. Gleichzeitig erlässt sie Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur gesicherten Versorgung der Bevölkerung mit Lebensnotwendigem.

Papst Paul VI. diskutiert mit afrikanischen Regierungschefs den Vorschlag des Vatikan, Jerusalem einen internationalen Status zu verleihen.

Der Absturz eines belgischen Verkehrsflugzeugs beim Anflug auf Tanger fordert 105 Menschenleben.

Abu Dhabi löst seine separate Regierung auf, um den Föderationsprozess mit der Föderation Arabischer Emirate (FAE) zu beschleunigen. Es kommt zur Bildung eines gemeinsamen Kabinetts der Föderation. Präsident bleibt Said Ibn Sultan.

24.12.1973, Montag

In Bukarest wird einer der modernsten Theaterbauten Europas eingeweiht. In zwei Sälen finden insgesamt 1500 Menschen Platz. Ein weiterer Raum kann per Knopfdruck von einer klassischen Theaterbühne in eine Arenabühne verwandelt werden.

25.12.1973, Dienstag

Der Staatspräsident von Bangladesch, Abu Sayed Chowdhury, tritt zurück, um sich wieder stärker in der aktiven Politik zu engagieren. Sein Nachfolger wird der ehemalige Parlamentspräsident Mahmud Ullah.

26.12.1973, Mittwoch

Der kambodschanische Außenminister Long Boret übernimmt die Amtsgeschäfte des bisherigen Ministerpräsidenten In Tam.

Ohne Ergebnis enden in Mexiko die am 15. September aufgenommenen Friedensverhandlungen zwischen Honduras und El Salvador.

27.12.1973, Donnerstag

Die seit zwei Wochen andauernde Kältewelle in Nordindien hat bislang 213 Menschen das Leben gekostet.

Seinen Jahresbericht legt das internationale Presseinstitut in Zürich vor. Darin würdigt es vor allem die Berichterstattung der US-amerikanischen Presse über den Watergate-Skandal als Muster für die Verteidigung der Pressefreiheit.

Das spanische Parlament verabschiedet ein Gesetz, das Kriegsdienstverweigerer Deserteuren gleichstellt. Die Verweigerung des Kriegsdienstes kann mit Haftstrafen zwischen drei und zwölf Jahren, im Kriegsfall bis zu 31 Jahren, bestraft werden.

Bei einem Ausflug in den Weltraum versuchen zwei Astronauten der “Skylab”-Mannschaft, Aufnahmen vom Kometen Kohoutek zu machen.

In seiner Pressekonferenz zum Jahreswechsel nennt US-Außenminister Henry A. Kissinger das Verhältnis zu Europa “enttäuschend”. Europa müsse sich die Frage beantworten, ob es seine Identität im Gegensatz zu oder in der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten suche.

Trotz monatelanger Proteste für mehr Demokratie kündigt der südkoreanische Präsident Park Chung Hee neue Beschneidungen der Pressefreiheit an.

Moskau und Dublin vereinbaren den Austausch von Botschaftern.

29.12.1973, Samstag

Spaniens Staatschef Francisco Franco Bahamonde ernennt den bisherigen Innenminister Carlos Arias Navarro zum Nachfolger des am 20. Dezember ermordeten Ministerpräsidenten Luis Carrero Blanco. Der 65-Jährige Arias Navarro war zuvor u.a. Bürgermeister von Madrid.

Der Präsident der Türkei Fahri Korutürk beauftragt Ministerpräsident Naim Talu mit der Bildung einer Koalitionsregierung. Bis zu den für 1974 geplanten Neuwahlen soll sie die Regierungsgeschäfte übernehmen. Seit den Wahlen im Oktober scheiterten mehrere Versuche einer Regierungsbildung.

30.12.1973, Sonntag

Das NDR-Hörfunkprogramm erhält eine neue Struktur. Das 1. Programm (NDR/WDR) will “allgemeinen Ansprüchen” gerecht werden. Unterhaltung und aktuelle Informationen sind die Schwerpunkte auf NDR 2. Als Programm für besondere Ansprüche bietet der norddeutsche Sender NDR 3 an.

Nach einer mehrstündigen Unterredung mit dem iranischen Schah Mohammed Resa Pahlawi in Wien kündigt der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky die Entsendung einer österreichischen Delegation nach Teheran an. Sie soll über die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Staaten verhandeln.

Für umgerechnet eine halbe Mrd. DM übernimmt die staatliche italienische Energieholding ENI Betrieb und Vermögen des Mineralölkonzerns Shell in Italien.

31.12.1973, Montag

Bei den Wahlen zum israelischen Parlament, der Knesset, erzielt der oppositionelle Rechtsblock (Likud) hohe Gewinne (39 Sitze), auch wenn die Vereinigte Arbeiterpartei (Mapei) mit 51 Mandaten stärkste Fraktion bleibt.

Nach den OAPEC-Staaten und Venezuela kündigen nun auch Libyen, Nigeria, Bolivien und Indonesien zum 1. Januar 1974 eine Erhöhung der Rohölpreise um 60 bis 80% an.

Der schweizerische Tourismus verzeichnet 1973 eine halbe Million Übernachtungen weniger als 1972.

Für die Rekord-Ablösesumme von umgerechnet 6,6 Mio. DM wechselt der zu Europas Fußballer des Jahres gewählte Johan Cruyff von Ajax Amsterdam zum FC Barcelona.