In Berlin steht die Kultur in höchster Blüte

Politik und Gesellschaft 1927:

1927 ist ein Jahr, in dem die »Zwanziger« wirklich golden sind: In den Großstädten sind die Revuen mit ihrer zwanglosen Abfolge von Sketchen, Gesangs- und Tanznummern stets ausverkauft. Die Berliner Ballsaison glänzt wie nie zuvor. Kulturelles und gesellschaftliches Leben stehen in voller Blüte. Die Reichshauptstadt Berlin wird zur Welthauptstadt von Musik, Film und Theater. Die Tillergirls reißen die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin. Für die großen Ausstattungsshows von Eric Charrell im Großen Schauspielhaus und Hermann Haller im Admiralspalast stehen die Menschen Schlange. So unterschiedliche Meisterwerke wie Franz Lehárs Operette »Der Zarewitsch«, Bert Brechts und Kurt Weills Songspiel »Mahagonny« und Ernst Kreneks Jazzoper »Jonny spielt auf« finden große Resonanz. Die Filme »Metropolis« von Fritz Lang und »Berlin – Die Symphonie einer Großstadt« von Walter Ruttmann setzen Wegmarken in der Entwicklung dieses jungen Mediums. Auf den Theaterbühnen reicht das Spektrum von Erwin Piscator mit seiner Agitationsbühne bis zu den gewagten Klassiker-Inszenierungen Jürgen Fehlings.