Ghettos in Lodz und Warschau, KZ in Auschwitz: Der Antisemitismus wird immer heftiger

Ghettos in Lodz und Warschau, KZ in Auschwitz: Der Antisemitismus wird immer heftiger
Kinder, Frauen und Männer mit Judenstern, Aufnahme des Angehörigen der Propagandakompanie 689 Zermin 1941. Bundesarchiv, Bild 101I-133-0703-34 / Zermin / CC-BY-SA [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1940:

Die innenpolitischen Ereignisse und entscheidenden gesellschaftlichen Veränderungen im Deutschen Reich treten angesichts der Kriegserfolge in den Hintergrund. Vorrangig sind die Verantwortlichen bemüht, ihren Herrschaftsanspruch im Großdeutschen Reich und in den besetzten Ländern zu festigen sowie den Widerstands- und Sabotageaktionen rigoros zu begegnen.

Vor allem die jüdische Bevölkerung wird mit Repressionen belegt und ihre Entrechtung wieder vorangetrieben. Während sich Großunternehmen im Deutschen Reich günstige Perspektiven für eine europäische Großraumwirtschaft erhoffen, bestimmen Mehrarbeit, Zwangsbewirtschaftung und Dienstverpflichtungen den Alltag der meisten Bürger. In Lodz und Warschau werden die jüdischen Wohnbezirke zu geschlossenen Ghettos umfunktioniert, in Auschwitz entsteht ein Konzentrationslager. Verschärfte antisemitische Maßnahmen greifen auch im kulturellen Bereich Raum. Filme wie »Die Rothschilds«, »Jud Süß« und »Der ewige Jude« feiern unrühmliche Erfolge. Die Kulturszene in Europa, durch den Kriegsalltag ohnehin geschwächt, flieht vor den deutschen Truppen nach Übersee. Schriftsteller, Regisseure, Schauspieler, Musiker und bildende Künstler weichen vor der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.