Koreakrieg kurbelt Wirtschaft an und vertieft die Spaltung der politischen Lager

Koreakrieg kurbelt Wirtschaft an und vertieft die Spaltung der politischen Lager
Fallschirmspringer, Koreakrieg U.S. Army Korea (Historical Image Archive) / Foter / CC BY-NC-ND

Politik und Gesellschaft 1950:

Auch wirtschaftlich hat der Konflikt in Südostasien tiefgreifende Auswirkungen. Im Westen erhält die wegen der schleppenden Nachfrage unzureichende Konjunktur durch die erhöhte Rüstungsproduktion neuen Auftrieb. Nach anfänglicher Krise zeichnet sich auch in der Bundesrepublik Deutschland der Aufschwung ab, der in den nächsten Jahren als Wirtschaftswunder bestaunt wird. Der einzelne Bürger hat davon zunächst wenig: In der zweiten Jahreshälfte steigen die Preise z. T. beträchtlich an, worüber es zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und Regierung kommt.

Innerhalb Deutschlands setzt sich im Jahr 1950 die Spaltung weiter fort. Einerseits wird die Bundesrepublik Deutschland mehr und mehr im Westen als Partner akzeptiert. Der französische Außenminister Robert Schuman betrachtet sie als festen Bestandteil seines Planes über die Bildung einer Montanunion in Westeuropa, den er im Mai vorlegt. Der deutsche Weststaat wird Mitglied im Europarat und unterzeichnet auch das Abkommen über eine Europäische Zahlungsunion, das im September in Kraft tritt.

Auf der anderen Seite wird die DDR in den Ostblock integriert: Sie wird Mitglied im Wirtschaftsbündnis des Ostens, dem COMECON, und bemüht sich um gute Beziehungen zu ihren östlichen Nachbarn, etwa durch die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als deutsch-polnische Grenze. Zwischen den beiden deutschen Staaten verschärfen sich die Spannungen. Die Bundesregierung zeigt keine Bereitschaft, mit dem »Marionettenregime in Pankow« Gespräche aufzunehmen. Umgekehrt gilt die Bundesrepublik Deutschland in der DDR, wo Walter Ulbricht die SED-Führung übernimmt und damit auch offiziell der mächtigste Mann im Staat wird, als »Kolonie der US-Imperialisten«.