Mitten in der weltweiten Stabilisierungsphase beginnt der Koreakrieg

Politik und Gesellschaft 1950:

Fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als sich die Lage in den besonders vom Krieg betroffenen europäischen Ländern stabilisiert und die Bevölkerung ihr Leben allmählich wieder als »normal« empfindet, gerät die Welt erneut in eine Krise, die sich zu einem Flächenbrand auszuweiten droht: Mit dem Überfall des kommunistisch regierten Nordkorea auf den Süden des geteilten Landes beginnt am 25. Juni der Koreakrieg, der die Alliierten des Zweiten Weltkriegs, die Großmächte USA und Sowjetunion, auf entgegengesetzten Seiten auf den Plan ruft.

Die Vereinten Nationen, von den westlichen Industrienationen dominiert und vorübergehend von der UdSSR boykottiert, beschließen, aufseiten Südkoreas in den Konflikt einzugreifen: Die eingesetzten UN-Truppen bestehen in erster Linie aus US-amerikanischen Soldaten; das Oberkommando hat der populäre General MacArthur, der im Zweiten Weltkrieg die USA zu ihrem Sieg über Japan führte. In den USA wächst die Vorstellung, man könne nicht nur in Korea, sondern in ganz Südostasien den Kommunismus vernichtend schlagen. Als im November größere Einheiten der Volksrepublik China in die Kämpfe eingreifen und die militärische Lage entscheidend verändern, eskaliert die Situation so weit, dass selbst der eher besonnene Präsident der USA, Harry S. Truman, öffentlich über den Einsatz der Atombombe in Korea nachdenkt.