Über eine Million sind ohne Arbeitsplätze

Arbeit und Soziales 1952:

In der Bundesrepublik Deutschland sind 1952 durchschnittlich 1 651 951 Arbeitslose registriert, das sind 60 000 Menschen weniger als im Vorjahr. Gut 500 000 dieser Menschen sind Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und DDR-Flüchtlinge. Da aufgrund von Wohnungsmangel in Großstädten Zuzugsgenehmigungen schwer erhältlich sind, haben sich die Flüchtlinge besonders in ländlich strukturierten Gebieten niedergelassen. Diese Bevölkerungsgruppe ist besonders stark von der Arbeitslosigkeit betroffen, denn das begrenzte Arbeitsplatzangebot in der Landwirtschaft steht vorrangig den Einheimischen zur Verfügung.

Der Koreakrieg und die damit verbundene hohe Nachfrage nach Produkten der Schwerindustrie hatte die Bundesregierung veranlasst, ihre wirtschaftlichen Aufbaubemühungen zunächst auf die Schwerindustrie zu konzentrieren. In industriellen Ballungsgebieten herrscht ein günstiges Arbeitsplatzangebot, besonders für Facharbeiter. Erfolge im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit zeichnen sich durch die 1950 von der Bundesregierung verabschiedete Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ab. Die hierfür bereitgestellten 3,4 Mrd. DM fließen in das soziale Wohnungsbauprogramm. Hierdurch verzeichnet das Baugewerbe innerhalb von zwei Jahren einen Stellenzuwachs von 50%.