Nicht Adenauer, sondern Lübke wird Präsident – „Godesberger Programm“ verändert die SPD

Nicht Adenauer, sondern Lübke wird Präsident – „Godesberger Programm“ verändert die SPD
Heinrich Lübke, Bundesarchiv, Bild 146-1994-034-22A / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1959:

Innenpolitisches Dauerthema des Jahres ist das »persönliche Regiment« von Bundeskanzler Konrad Adenauer. Der 83-jährige Regierungschef entschließt sich überraschend zur Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten. Sehr bald wird ihm jedoch deutlich, dass seine Pläne, auch als Staatsoberhaupt die Richtlinien der Politik zu bestimmen, mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren sind. Resigniert tritt er von seiner Kandidatur zurück. Neuer Bundespräsident als Nachfolger des liberalen Vorgängers Theodor Heuss wird Heinrich Lübke, ein Politiker, dem zwar allgemein hohe Achtung entgegengebracht wird, dessen politisches Profil jedoch nicht sonderlich ausgeprägt ist.

Aus der Tatsache, dass wirtschaftlicher Aufschwung und politische Stabilität der Bundesrepublik von den Wählern allein der CDU zugutegehalten werden, zieht die SPD nach drei verlorenen Wahlen Konsequenzen: Mit ihrem »Godesberger Programm«, in dem sie die marktwirtschaftliche Ordnung sowie die Landesverteidigung durch die Bundeswehr akzeptiert, will die SPD den Wandel von der Arbeiter- zur Volkspartei vollziehen.