Revolution auf Kuba – Gespräche zwischen den Supermächten

Politik und Gesellschaft 1959:

Die Revolution auf Kuba, mit der die Rebellen um Fidel Castro dem diktatorischen Batista-Regime ein Ende setzen, ist im Rückblick das herausragende außenpolitische Ereignis des Jahres. Da jedoch die Machtübernahme nicht unter kommunistischem Vorzeichen erfolgt und die USA Castro und der Revolution zunächst mit Sympathie begegnen, werden die weltpolitischen Dimensionen dieses Machtwechsels noch nicht sichtbar. Die Kubakrise des Jahres 1962 sieht niemand vorher.

In den Beziehungen der Supermächte zueinander löst die Bereitschaft zu Gesprächen den seit 1947 verfolgten Konfrontationskurs ab. Persönliche Kontakte der Spitzenpolitiker sollen ein Ende des Kalten Krieges herbeiführen: US-Vizepräsident Richard Nixon besucht die UdSSR, und der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow fährt als erster Kreml-Führer in die USA. Konkrete Ergebnisse werden bei diesen Gipfeltreffen allerdings noch nicht erzielt. Das gegenseitige Misstrauen bleibt. Selbst wissenschaftlich-technische Errungenschaften erhalten 1959 eine politische Dimension: Als der erste Flugkörper – die sowjetische Raumsonde »Lunik 2« – auf dem Mond aufschlägt und dabei die Flagge der UdSSR auf dem Erdtrabanten absetzt, beginnt im Westen eine Diskussion über befürchtete sowjetische Hoheitsansprüche auf dem Mond.