Der Krieg in Vietnam wird für die USA immer desaströser

Der Krieg in Vietnam wird für die USA immer desaströser
Boeing B-52 beim Bombenabwurf. By USAF [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1966:

Die Kulturrevolution ist gleichzeitig eine Kampfansage an die UdSSR, deren Hegemonialanspruch innerhalb des Weltkommunismus Maos neue Regierung sich offener als je zuvor widersetzt. Der sowjetisch-chinesische Konflikt kommt den USA gelegen, da er eine militärische Intervention der beiden Großmächte im Vietnamkrieg außerfrage stellt. Die Washingtoner Regierung unter Präsident Lyndon B. Johnson hält die Gefahr, es könne zu einer Ausweitung und damit zu einem Dritten Weltkrieg kommen, für gebannt. Unter dem Vorwand des »demokratischen« Auftrags, Südvietnam – das von einem diktatorischen Militärregime regiert und einer völlig korrupten Bürokratie verwaltet wird – vor der »kommunistischen Aggression« aus dem Norden des geteilten Landes zu retten, führen die USA einen täglich absurder erscheinenden Kampf. Innerhalb von 15 Monaten haben sie über dem Feindgebiet bereits ein Drittel der Bombenlast abgeworfen, die in Westeuropa während des gesamten Zweiten Weltkriegs niederging. Doch trotz überlegener Waffentechnologie können sie den Gegner nur in Schach halten; an einen Sieg ist nicht zu denken.