Politisierte Studenten, Literaten und Filmemacher rebellieren

Politik und Gesellschaft 1966:

Die Jugend will auch sonst nicht mehr, was der älteren Generation recht und billig erscheint. Junge Intellektuelle suchen die offene Auseinandersetzung mit Staat und Gesellschaft. An der Berliner Freien Universität klagen die Studenten ihre Mitbestimmungsrechte ein. Junge Literaten, darunter Hans-Magnus Enzensberger, Peter Weiss und Robert Walser, suchen die Konfrontation mit dem »CDU-Staat«. Im Bewusstsein, den Elfenbeinturm des Künstlers endgültig verlassen zu müssen, verfassen sie nicht nur gesellschaftskritische Texte, sondern sind politisch präsent: So zählt Enzensberger zu den Wortführern der Protestbewegung gegen die Notstandsverfassung, die von der Großen Koalition avisiert wird. Im »Jahr 1 des jungen deutschen Films« fordern junge Regisseure – Alexander Kluge, Jean-Marie Straub, Ulrich und Peter Schamoni, Volker Schlöndorff – die Auseinandersetzung mit den Fehlern der unbewältigten Vergangenheit und den daraus resultierenden Missständen.