Baader-Meinhof-Gruppe begründet deutschen Terrorismus

Politik und Gesellschaft 1968:

Aus der Abwehrreaktion der Gesellschaft gegen die studentischen Forderungen nach Emanzipation und realer Demokratie leitete eine verschwindend kleine Gruppe innerhalb der Protestbewegung die Theorie ab, mehr Demokratie sei nur mit Gewalt, mit dem »bewaffneten Kampf in den Metropolen«, zu verwirklichen. Der Brandanschlag auf zwei Frankfurter Kaufhäuser am 3. April markiert den Beginn der BaaderMeinhof-Gruppe und damit des Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland.

Die in der Folge einsetzenden Diskussionen um die innere Sicherheit sollten die politische Atmosphäre der 70er Jahre nachhaltig prägen und sind bis heute nicht verstummt. Indem sie Emanzipation und Gewalt in begriffliche Verbindung brachten, haben die Terroristen den Idealen des Aufbruchs von 1968 allerdings einen schlechten Dienst erwiesen.