Sowjetunion und Verbündete walzen Prager Frühling nieder – Jugend sucht Gegenkultur

Sowjetunion und Verbündete walzen Prager Frühling nieder – Jugend sucht Gegenkultur
Sowjetische Panzer auf dem Altstädter Ring in Prag 1968. In der Nacht zum 21. August 1968 marschierten etwa eine halbe Million Soldaten der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens in die Tschechoslowakei ein. By ALDOR46 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1968:

Darüber hinaus lieferte die östliche Führungsmacht mit ihrer militärischen Intervention in der CSSR ebenfalls ein Musterbeispiel rücksichtsloser Machtpolitik. Wer bisher geglaubt hatte, durch den »Prager Frühling« sei eine Demokratisierung des östlichen Staatssozialismus möglich geworden, musste sich eines Besseren belehren lassen. Die bittere Erkenntnis, dass auch die Sowjetunion keine Abweichungen von ihrem System duldete, verstärkte den Drang des Jugendprotestes, grundsätzlich neue, gewaltlose Modelle des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu erproben.

Ob es sich dabei um die Aufhebung der Kleinfamilie in »Kommunen«, um die »Love-ins« langhaariger US-Hippies, den »Underground-Rock« oder die »Bewusstseinserweiterung« durch Drogen handelte, überall machten sich Ansätze zu einer Gegenkultur bemerkbar, die sich den Wertvorstellungen der modernen Leistungsgesellschaft verweigerte. Diese Subkultur mit ihren Nachfolgern sollte in den 70er Jahren entscheidend zum vieldiskutierten Wertewandel der Gesellschaft beitragen.