Spektakuläre US-Mondlandung – brutale Kriege in Asien und Afrika

Politik und Gesellschaft 1969:

Apollo 11, erste bemannte Flug zum Mond: Neil Armstrong, Michael Collins, Buzz Aldrin (von links nach rechts), By NASA (Great Images in NASA Description) [Public domain], via Wikimedia Commons

Apollo 11, erste bemannte Flug zum Mond: Neil Armstrong, Michael Collins, Buzz Aldrin (von links nach rechts), By NASA (Great Images in NASA Description) [Public domain], via Wikimedia Commons

Das Jahr 1969 zeigt nachdrücklich, wie eng Licht und Schatten in der historischen Entwicklung beieinanderliegen. Auf der einen Seite steht der berühmte, per Funk zur Erde übermittelte Satz des ersten Menschen auf dem Mond, Neil Armstrong: »Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung vorwärts für die Menschheit.« Die andere Seite ist gekennzeichnet von der Grausamkeit der Kriege auf dem Planeten Erde, so vor allem in Vietnam und Biafra. Die Menschheit sieht mit der von den Massenmedien als weltweites Spektakel inszenierten Mondlandung einen ihrer kühnsten technischen Träume verwirklicht, während gleichzeitig Hunderttausende von Menschen im Jahr 1969 im Krieg getötet werden. Auf ganz unterschiedliche Weise stehen dabei die USA im Brennpunkt der Weltöffentlichkeit.

In Frankreich vollzieht sich nur scheinbar ein nahtloser Übergang von Charles de Gaulle zu dem Gaullisten Georges Pompidou. Es gibt zwar rasch eine personelle Antwort auf die immer wieder gestellte Frage: Was kommt nach de Gaulle? Aber die Ungewissheit über die politische Entwicklung Frankreichs im Jahr nach den 68er Maiunruhen bleibt weiterhin bestehen. Der Rücktritt Charles de Gaulles, des Architekten der Fünften Republik, verändert ganz wesentlich die Rahmenbedingungen für die von vielen angestrebte Erweiterung der EWG.