Beschäftigungslage verschlechtert sich

Arbeit und Soziales 1981:

Die Arbeitslosigkeit nimmt 1981 drastisch zu. Auch die Asylantenproblematik und Ausländerpolitik kommen im Zusammenhang mit zum Teil steigenden Asylantenzahlen und damit verbundenen sozialen Problemen verstärkt in die öffentliche Diskussion.

Die Arbeitsmarktsituation verschlechtert sich – konjunkturell bedingt – im Laufe des Jahres zunehmend. Im Jahresdurchschnitt liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 5,5%, das entspricht einer Arbeitslosenzahl von etwa 1,3 Mio. Die Erwerbslosenzahlen weisen darüber hinaus ein starkes Nord-Süd-Gefälle auf: In den wirtschaftlich besser gestellten südlichen Bundesländern liegt die Quote bei etwa 6,4%, während sie im strukturschwachen Norden 8,8% beträgt.

Als ein besonderes Problem kristallisiert sich die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen, Ausländern, Frauen, ungelernten Arbeitern und älteren Arbeitnehmern heraus. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sind diese Gruppen, oft bedingt durch geringere berufliche Qualifikation, weitaus häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. So ist die Jugendarbeitslosigkeit im gesamten EG-Bereich seit 1980 um etwa 15% angestiegen. Die Arbeitslosigkeit bei Ausländern beläuft sich auf rund 7,2%. Als Folge der angespannten Arbeitsmarktlage wird das sog. Jobsharing das bedeutet die zeitliche Aufteilung eines Arbeitsplatzes an zwei Arbeitnehmer, in einigen ausgewählten Betrieben derzeit erprobt und besonders von Frauen diskutiert und gefordert.

Von den etwa 1,3 Mio. Arbeitslosen beziehen 1981 nur rund 870 000 Arbeitslosengeld oder -hilfe. Der Rest bekommt Sozialhilfe oder ist (z.B. Schulabgänger oder Hochschulabsolventen) nicht anspruchsberechtigt. Arbeitslosigkeit hat konkrete Auswirkungen auf die Lebenssituation der einzelnen Betroffenen und ist verbunden mit finanziellen Einschränkungen und psychischen Belastungen.

Asylanten bilden in der Bundesrepublik Deutschland ebenfalls eine Problemgruppe. Mitte des Jahres werden beispielsweise auch die Arbeitsmöglichkeiten für Asylbewerber stark eingeschränkt: Sie erhalten zukünftig erst nach zwei Jahren statt wie bislang nach einem Jahr eine Arbeitserlaubnis. Bis zur endgültigen Entscheidung über ihren Asylantrag sind die Asylanten auf Sozialhilfe angewiesen. Auffällig ist für das Jahr 1981 der Rückgang der sog. Armutsflüchtlinge aus der dritten Welt sowie auch der Flüchtlinge aus der Türkei. Im Gegenzug ist eine Zunahme von politischen Flüchtlingen aus Ostblockländern, vor allem aus Polen, zu verzeichnen.