Prionen verursachen BSE

Wissenschaft und Technik 1997:

International als Faktum akzeptiert wird 1997 eine bisher umstrittene Hypothese des US-Mediziners Stanley Prusiner und seines Schweizer Kollegen Charles Weissmann, die Prusiner 1984 erstmals formulierte. Kernaussage ist, dass gewisse degenerative Hirnerkrankungen von Tieren und Menschen – darunter der Rinderwahnsinn (BSE), die Traber-Krankheit der Schafe, die auf Neuguinea beobachtete Kuru-Krankheit des Menschen sowie die Creutzfeld-Jakob-Krankheit ausschließlich durch krankhaft veränderte Eiweiße ausgelöst werden, die Prusiner als Prionen bezeichnet. Dies widerspricht der biomedizinischen Lehre, die besagt, dass übertragbare Krankheiten grundsätzlich auf lebende Erreger wie Viren, Bakterien oder Protozoen zurückzuführen seien. 1997 lässt sich jedoch nachweisen, dass die Prionen in der Lage sind, den Organismus von Tieren und Menschen dazu anzuregen, gesunde Eiweiße in pathogene Prionen umzustrukturieren, wobei sich diese in einer bisher für unvorstellbar gehaltenen Art vervielfältigen. Und noch etwas war bisher unbekannt: Durch Prionen hervorgerufene Erkrankungen sind sowohl infektiös wie erblich.