Schulen erhalten Zugang zum Internet

Bildung 1997:

Der Computer, lange von Kulturkritikern und einigen Pädagogen gescholten, da er angeblich die Vereinzelung der Schüler fördere und sie von ihrer sinnlichen Erfahrungswelt abschneide, hält zunehmend Einzug in die deutschen Schulen. Dazu trägt auch die Initiative »Schulen ans Netz« bei, die Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers (CDU) und die Deutsche Telekom im April 1996 gestartet haben. Bis Ende 1997 nehmen etwa 6500 der insgesamt 44 000 allgemeinbildenden Schulen in Deutschland an dem Projekt teil, für das die Bundesregierung 20 Mio. DM und die Telekom 36 Mio. DM bereitgestellt haben. Auch die Kultusministerien der Länder sowie diverse Sponsoren fördern die Initiative. Sie sieht vor, dass Schulen eine Ausstattung mit Multimedia-PC, ISDN-Anschlüssen, Anbindungen an Online-Dienste sowie freie Telefoneinheiten bekommen. In einigen Versuchsschulen werden Computer in Klassensätzen bereitgestellt, damit jeder Schüler individuell daran arbeiten kann. Dabei geht es weniger um Informatik-Unterricht als um die Vermittlung einer »informationstechnischen Grundbildung«, die den Schüler in die Lage versetzen soll, den Computer und das Informationsangebot des Internets sinnvoll im Unterricht und im außerschulischen Alltag zu nutzen. Das Angebot wird von den meisten Schülern begeistert angenommen.