Deutschland öffnet seine Grenzen

Deutschland öffnet seine Grenzen
Migranten am Wiener Westbahnhof vor der Fahrt Richtung Deutschland, 5. September 2015. By Bwag (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 2015:

Während die Europäische Union mit hilflosen Absichtsbekundungen die humanitär schwierige Lage versucht zu entspannen, stauen sich in den Auffangländern die Probleme. Konflikte drohen zwischen den Neuankömmlingen, die nichts mehr zu verlieren haben. Lediglich 160.000 Menschen sollen bis September 2017 innerhalb der Europäischen Union umverteilt werden. Als ein entscheidender Auslöser für den starken Zustrom speziell nach Deutschland gilt die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, den in Ungarn festsitzenden Kriegsflüchtlingen unbürokratischen Einlass nach Deutschland zu gewähren. Neben der Ankündigung die dort befindlichen Personen aufzunehmen, führt vor allem auch ein Selfie mit einem Flüchtling zu einer viralen Verbreitung dieser Ereignisse. Massive Verstärkung erfährt dieser Effekt durch freiwillige Helfer und Befürworter der Migration, die mit lautstarken Empfängen eintreffende Kriegsflüchtlinge auf deutschem Boden willkommen heißen. Zugleich setzt die Bundesregierung das Dublin-Verfahren außer Kraft, was eine temporäre Duldung des Aufenthaltes aller Eintreffenden unabhängig von ihrer ersten Registrierung in einem anderen EU-Land zur Folge hat. Von nun an steht Deutschland im Zentrum der Aufmerksamkeit der Flüchtlingskrise und als bevorzugtes Einreiseziel unzähliger Nachkömmlinge. Der anfänglichen Willkommenskultur schlägt jedoch schon bald drauf immer öfters kritischer Gegenwind entgegen. Skepsis über die Finanzierbarkeit und das Gelingen der Integration von Menschen, die aus einer völlig anderen Kultur stammen, macht sich zunehmend breit.

Neue Asylanträge in den Staaten der EU und der EFTA vom 1. Januar bis 30. Juni 2015 nach Daten von Eurostat. By Maximilian Dörrbecker (Chumwa) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Neue Asylanträge in den Staaten der EU und der EFTA vom 1. Januar bis 30. Juni 2015 nach Daten von Eurostat. By Maximilian Dörrbecker (Chumwa) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons