Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon

Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon
Deepwater Horizon in Brand, Die Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko führt zur schlimmsten Ölkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten. See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 2010:

Schlimmste Ölkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten

Am 20. April 2010 explodierte 60 Kilometer südöstlich vor der Küste von Louisiana im Golf von Mexiko die Ölbohrinsel Deepwater Horizon. Eigentümer der Ölbohrinsel war der Schweizer Mineralölkonzern Transocean, der die Bohrinsel an das britische Mineralölunternehmen BP verleast hatte. Elf Arbeiter wurden getötet und 115 weitere Arbeiter wurden teils schwer verletzt. Aufgrund eines durch die Explosion ausgelösten Brandes versank die Bohrplattform Deepwater Horizon am 22. April 2010 im Golf von Mexiko und führte damit die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA herbei.
Die Explosion der Bohrinsel am 20. April 2010 wurde durch einen sog. Blowout ausgelöst, das heißt, Erdgas strömte unter hohem Druck an die Oberfläche und entzündete sich. Nach den vom US-Kongress veranlassten Untersuchungen zur Ursache des Blowouts haben eine Vielzahl von menschlichem und technischem Versagen letztendlich zu der Katastrophe geführt. So hat die im Falle eines drohenden Blowouts vorgesehene Sicherungseinrichtung (sog. Blowout-Preventer) aufgrund mehrerer technischer Mängel versagt. Die Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass die Ölkatastrophe “vorhersehbar und vermeidbar” war.

Gewaltiger Ölteppich im Golf von Mexiko

Ausmaß der Ölausbreitung im Golf von Mexiko am 24. Mai 2010 (Aufnahme der NASA). By NASA/GSFC, MODIS Rapid Response (Original image, here cropped on left and at top) [Public domain], via Wikimedia Commons

Ausmaß der Ölausbreitung im Golf von Mexiko am 24. Mai 2010 (Aufnahme der NASA). By NASA/GSFC, MODIS Rapid Response (Original image, here cropped on left and at top) [Public domain], via Wikimedia Commons

Nach der Explosion und dem Untergang der Deepwater Horizon breitete sich ein gewaltiger Ölteppich im Golf von Mexiko aus. Die US-Regierung schätzt, dass 4,9 Millionen Barrel Öl ausgetreten sind. Durch die hierdurch verursachte Ölpest wurden die Fauna und Flora des Meeres sowie die Tier- und Pflanzenwelt im Mississippi-Flussdelta schwer beschädigt. Rund 1000 Meter Küste waren von der Ölpest betroffen. Man versuchte, den Ölteppich mit Chemikalien aufzulösen, was jedoch nur teilweise gelang. Große Teile des Ölteppichs befinden sich nach wie vor am Meeresboden. Nach mehreren erfolglosen Bemühungen, die Öllecks am Meeresboden zu versiegeln, wurde am 19. September 2010 erklärt, dass es nun gelungen sei, das Leck mittels einer Stahlglocke abzudichten.
Ölverschmierte Pelikane. By International Bird Rescue Research Center [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Ölverschmierte Pelikane. By International Bird Rescue Research Center [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Die Spätfolgen für die Umwelt sind bis heute nicht vollends absehbar. Der World Wide Fund for Nature (WWF) berichtete 2015, dass sich am Meeresboden, im Schlick der Flussmündungen und in den Salzwiesen nach wie vor Klumpen giftigen Öls befinden. Es müsse laut WWF noch immer davon ausgegangen werden, dass das Ökosystem und die Tierwelt durch die Ölkatastrophe schwer beschädigt sind. Zum Beispiel wurden im Jahr 2014 in den betroffenen Gebieten viermal mehr tote Delfine gefunden als vor der Ölpest.

Die Fischerei- und Austernindustrie ist wirtschaftlich weiterhin massiv betroffen, da die Erträge seit der Ölpest deutlich zurückgegangen sind. Die Tourismusbranche hatte mit einem starken Einbruch der Besucherzahlen zu kämpfen.

Die rechtlichen Konsequenzen für BP und Transocean

Die Katastrophe blieb nicht ohne rechtliche Konsequenzen für BP und Transocean. Die vollständige juristische Aufarbeitung wird sich noch über Jahre hinziehen. Im Januar 2013 erklärte sich Transocean zu einer Zahlung in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar bereit, nachdem BP zuvor einer Zahlung in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar zugestimmt hatte. Für BP kommt noch eine Geldbuße wegen Verstoßes gegen den “Clean Water Act” in Höhe von 18,7 Milliarden US-Dollar hinzu. Es handelte sich damit um die höchste Geldbuße, die jemals in den USA verhängt wurde. Von der Geldbuße erhielten die betroffenen US-Bundesstaaten Louisiana, Florida, Alabama und Texas insgesamt 4,9 Milliarden US-Dollar. Die restlichen 13,8 Milliarden werden von einem Fonds zum Zwecke der Sanierung der von der Ölpest betroffenen Gebiete verwaltet.