1. Februar 1979: Ajatollah Khomeini kehrt aus dem Exil zurück

1. Februar 1979: Ajatollah Khomeini kehrt aus dem Exil zurück
Rückkehr von Ruhollah Chomeini in den Iran. By Also uploaded by en:User:Sa.vakilian in en.wiki and by fa:User:Mrostam in fa.Wiki [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

+++ VOR 40 JAHREN +++

Nach 15 Jahren kehrt der 78-jährige Schlitenführer aus dem Exil zurück. Aus der feudalen Schah-Monarchie wird ein islamischer Gottesstaat.

Mehr als 1 Mio. jubelnde Menschen sind auf den Straßen als der greise Religionsführer auf dem Flughafen Mehrabad landet. Schah Mohammad Resa Pahlavi hatte am 16. Januar das Land verlassen, nachdem die anhaltenden Massendemonstrationen der Opposition den Machtzerfall seines Regimes beschleunigt hatten.

Sturz des Schah:

Die Unzufriedenheit mit dem autokratischen Herrschaftssystem war im November 1978 in bürgerkriegsähnliche Unruhen eskaliert. Das rigorose Eingreifen der Sicherheitsorgane – nach Angaben von Amnesty International werden 1978 mehrere tausend Demonstranten erschossen – und die unermüdliche Agitation Khomeinis aus seinem Pariser Exil hatten die Emotionen immer weiter angeheizt. Khomeini ist zu keinerlei Zugeständnissen bereit und weist alle Reformangebote des Schahs zurück. Er fordert den Sturz des Kaisers. Die Dynastie Pahlavi sei weder religiös noch politisch legitimiert.

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Zeitungen zum 01.02.1979

Konfrontationskurs:

Nach seiner Ankunft in Teheran nennt Khomeini die noch vom Schah am 4. Januar eingesetzte Regierung unter Schapur Bachtiar ungesetzlich. Sie müsse durch eine wahrhaft islamische Regierung ersetzt werden. Bachtiar setzte auf die vom Schah mit US-Hilfe aufgebaute Armee, die jedoch am 11. Februar ihre Neutralität erklärt. Bachtiar tritt am selben Tag zurück und flieht außer Landes. Bereits am 5. Februar hatte Khomeini eine »Revolutionsregierung« unter Mehdi Basargan ernannt.

Revolutionsgerichte:

Am 15. Februar werden vier iranische Generale nach einem Schnellverfahren hingerichtet. Damit beginnt eine Serie von Todesurteilen durch die sog. Islamischen Volksgerichte. Nicht nur politische Opponenten, sondern auch missliebige Personen aller Art wie Prostituierte, Ehebrecher, Drogenhändler und Homosexuelle werden von den Revolutionsgerichten zum Tode verurteilt.

Proteste erfolglos:

Um sich Massenloyalität zu sichern, hatte das Schah-Regime den Frauen u.a. das Wahlrecht gewährt. Gegen die von Khomeini aufgestellten islamischen Vorschriften, die ihre bürgerlichen Freiheiten beschränken, demonstrieren am 8. und 10. März zehntausende Frauen. Sie müssen u.a. verschleierte Kleidung tragen.

Die provisorische Revolutionsregierung unter Mehdi Basargan fühlt sich durch die Volksgerichte und die Aufstellung von Revolutionsgarden in ihrer Autorität beschränkt. Khomeini zeigt sich von den Protesten unbeeindruckt, zumal am 30./31. März 99,3% der Bevölkerung für die von ihm proklamierte Islamische Republik als Staatsform votieren.

Geiselnahme:

Am 4. November stürmen Khomeini-Anhänger die US-Botschaft in Teheran, bringen rd. 100 Menschen in ihre Gewalt und fordern die Auslieferung des Schah (25.4.1980).