1. Oktober 1949: Kommunisten herrschen in China

1. Oktober 1949: Kommunisten herrschen in China
Parteivorsitzender Mao Zedong ruft die Volksrepublik China aus. 1. Oktober 1949. - Hou Bo [Public domain], via Wikimedia Commons

+++ VOR 70 JAHREN +++

Der seit Jahren andauernde Bürgerkrieg in China endet mit einem Sieg der Kommunisten. Der Führer der unterlegenen Kuomintang, Chiang Kai-shek, zieht sich mit seinen Anhängern auf die Insel Taiwan zurück.

Mao Tse-tung, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas, proklamiert auf einer Massenkundgebung vor dem Kaiserpalast die Volksrepublik China und gibt die Bildung einer Zentralen Volksregierung bekannt. Mao selbst wird Vorsitzender des Volksregierungsrats.

Im Verlauf des Jahres 1949 haben die Kommunisten, die von der UdSSR unterstützt wurden, immer größere Teile Chinas erobert, so dass sie nun etwa 30% des Landes besetzt haben und damit über 70% der Bevölkerung und fast die gesamte Wirtschaftskraft des Landes kontrollieren. Die unter Druck geratene Kuomintang hoffte vergeblich auf eine Erhöhung der Hilfsleistungen durch die USA und Großbritannien. Diese Staaten hatten den Kampf um die Herrschaft in China schon zuvor für die Nationalchinesen verloren gegeben und verweigerten über das bisherige Maß hinausgehende Kredite und Waffenlieferungen.

Nach dem Sieg berief die kommunistische Führung am 20. September die sog. Konsultativkonferenz der chinesischen Völker ein, um eine Verfassung zu erarbeiten.

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Zeitungen zum 01.10.1949

Zur Person: Mao Tse-tung
Als Sohn eines reichen Bauern wurde Mao Tse-tung 1893 in der Provinz Hunan geboren. Er besuchte eine konfuzianische Grundschule und 1912/13 die Mittelschule, wo er mit westlichem Gedankengut in Berührung kam. Mao absolvierte von 1914 bis 1918 ein Studium an einer Lehrerweiterbildungsanstalt und arbeitete als Bibliothekshilfskraft. Er beteiligte sich an den Vorbereitungen zur Gründung der kommunistischen Partei und wurde 1921 Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KP Chinas. 1928 wurde er Chef der kommunistischen Partisanen- und Rätebewegung, geriet aber mit der Führung der KP in Konflikt. Auf dem Langen Marsch (16.10.1934) gewann er an Einfluss. Mit der Wahl zum Vorsitzenden des Zentralkomitees und Politbüros 1945 ist Mao, der 1976 stirbt, der starke Mann Chinas.