1. September 1939: »Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen«

1. September 1939: »Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen«
Organisatoren des Überfalls auf den Sender Gleiwitz: Heydrich und Naujocks, 11. April 1934. - Bundesarchiv, Bild 152-50-05 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de]

+++ VOR 80 JAHREN +++

Auf einer Sitzung des Reichstags am 1. September begründet Adolf Hitler den ohne Kriegserklärung erfolgten Angriff auf Polen, der mit der Eroberung der Westerplatte beginnt.

Hitler – in Soldatenuniform – vermeidet in seiner Rede, die von allen deutschen Sendern übertragen wird, das Wort Krieg, Ziel sei die Lösung der Probleme Danzig und »Polnischer Korridor«. Der fingierte Überfall auf den Sender Gleiwitz dient als Rechtfertigung dafür, dass »Zurückgeschossen« werden muss: »Abgeordnete, Männer des Deutschen Reichstags. Seit Monaten leiden wir alle unter der Qual eines Problems, das uns einst das Versailler Diktat beschert hat und das nunmehr in seiner Ausartung und Entartung unerträglich geworden war. Danzig war und ist eine deutsche Stadt. Der Korridor war und ist deutsch … Ich habe mich daher nun entschlossen, mit Polen in der gleichen Sprache zu reden, die Polen seit Monaten gegen uns anwendet … Polen hat nun heute Nacht zum ersten Mal auf unserem Territorium auch durch reguläre Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten. Wer mit Gift kämpft, wird mit Giftgas bekämpft … Ich werde diesen Kampf, ganz gleich gegen wen, so lange führen, bis die Sicherheit des Reiches und seine Rechte gewährleistet sind … Mein ganzes Leben gehört von jetzt an erst recht meinem Volke! Ich will jetzt nichts anderes sein, als der erste Soldat des deutschen Reiches. Ich habe damit wieder jenen Rock angezogen, der mir selbst der heiligste und teuerste war. Ich Werde ihn nur ausziehen nach dem Siege – oder ich werde dieses Ende nicht erleben…«

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Zeitungen zum 01.09.1939