10. August 1920: Das Ende des Osmanischen Reichs

+++ EREIGNISSE VOR 100 JAHREN +++

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Zeitungen zum 10.08.1920
Die Türkei, die 1914 auf Seiten der Mittelmächte Deutsches Reich und Österreich-Ungarn in den Krieg eingetreten war, verliert neun Zehntel ihres Staatsgebiets.

Im Pariser Vorort Sèvres unterzeichnen die türkische Regierung von Sultan Muhammad VI. und die Alliierten einen Friedensvertrag, der u.a. umfangreiche Gebietsverluste zur Folge hat.

Darüber hinaus muss die Türkei auch Einschränkungen ihrer Souveränität hinnehmen. So verliert das Land seine Finanzhoheit und muss das Heer auf eine Stärke von 50 000 Mann reduzieren. Zudem wird die Türkei in alliierte Interessensphären aufgeteilt. Die interne Opposition gegen den als alliiertenhörig geltenden Sultan ist jedoch so stark, dass der Vertrag von Sèvres vom Parlament nicht ratifiziert wird und sich eine Opposition bildet.

Unter der Führung von Mustafa Kemal Pascha (später Kemal Atatürk) bildet sie in Ankara eine Gegenregierung, die 1922 die von den Alliierten unterstützten griechischen Invasionstruppen zurückschlägt. Im Friedensvertrag von Lausanne 1923 erkennen die Alliierten die Souveränität der Türkei, die im gleichen Jahr Republik wird, an.