10. Juni 1979: Europa wählt direkt

10. Juni 1979: Europa wählt direkt
Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost - Deutsche Bundespost [Public domain], via Wikimedia Commons

+++ VOR 40 JAHREN +++

Erstmals finden in der Europäischen Gemeinschaft Direktwahlen zum Europäischen Parlament statt.

Bei den Europawahlen in den neun Staaten der EG – Dänemark, Großbritannien und Irland hatten bereits am 7. Juni gewählt – werden die Sozialisten mit 112 Vertretern stärkste Fraktion im 410-köpfigen Parlament. Die meisten Mandate erringen bürgerliche Parteien (Christdemokraten 106, Konservative 63).

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die nationalen Parlamente Vertreter nach Straßburg entsandt. Die Entscheidung für direkte Wahlen fiel im Dezember 1974 auf dem Gipfeltreffen des Europäischen Rates in Paris, Für die Durchführung der Wahlen sind die jeweiligen nationalen Wahlgesetze maßgebend. So gilt in Großbritannien das Mehrheitswahlrecht, sonst das Verhältniswahlrecht. In Belgien, Italien und Luxemburg besteht Wahlpflicht.

.

Zeitungen zum 10.06.1979

Das Europaparlament besitzt nur beratende und kontrollierende, jedoch keine legislativen Befugnisse. Die ehemalige französische Gesundheitsministerin Simone Veil wird zur ersten Präsidentin gewählt.