11. Dezember 1994: Russland marschiert in Tschetschenien ein

11. Dezember 1994: Russland marschiert in Tschetschenien ein
Tschetschenische Kämpfer mit einem zur Notlandung gezwungenen russischen Mil Mi-8. By Русский: Фото: Михаил Евстафьев{{energije P|Photo: Mikhail }} (Mikhail Evstafiev) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

+++ VOR 26 JAHREN +++

Mit einer »Gefährdung der Einheit Russlands« begründet der russische Präsident Boris Jelzin den Einmarsch seiner Truppen in Tschetschenien.

Russische Truppen überschreiten die Grenze der Kaukasusrepublik, um gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen militärisch vorzugehen. Bei ihrem Vormarsch auf die Hauptstadt stellen sich ihnen die Soldaten des tschetschenischen Präsidenten Dschochar Dudajew und Freiwilligenverbände entgegen.

Nach blutigen Straßenkämpfen und Bombenangriffen, die zahlreiche Opfer fordern, können russische Soldaten am 19. Januar 1995 den Präsidentenpalast in Grosny einnehmen. Jelzin verweist darauf, dass ein Austritt aus der Russischen Föderation, zu der Tschetschenien gehört, nicht vorgesehen sei. Zwar hatte Dudajew noch zu Zeiten der Sowjetunion im August 1991 die Kaukasusrepublik für unabhängig erklärt und sich zu ihrem Präsidenten wählen lassen. Moskau erkannte diesen Schritt jedoch nie an.

Im März 1992 verhängte Jelzin den Ausnahmezustand über Tschetschenien. Russlands Präsident befürchtet einen »Dominoeffekt« bei anderen Kaukasusvölkern, sofern er dem Separationsstreben der Tschetschenen nachgibt.

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Zeitungen zum 11.12.1994

Ausblick: Lebeds Stunde »Der Krieg ist zu Ende, wir haben genug gekämpft«, erklärt der russische Sicherheitsberater Alexander Lebed, nachdem er und der Generalstabschef der tschetschenischen Rebellen, Aslan Maschadow, am 31. August ein Friedensabkommen unterzeichnet haben. Der Vertrag erklärt die militärischen Auseinandersetzungen für beendet, schiebt aber die Entscheidung über den politischen Status Tschetscheniens bis Ende 2001 auf. Zeitweilig waren bis zu 40 000 russische Soldaten in der Kaukasusrepublik stationiert. 20 Monate Krieg kosteten fast 90 000 Menschen das Leben, viele Städte liegen in Trümmern.