11. Februar 1929: Vatikan wird zum Staat

11. Februar 1929: Vatikan wird zum Staat
Pius XI., 1930 - Alberto Felici (1871-1950) [Public domain], via Wikimedia Commons

+++ VOR 90 JAHREN +++

Die Lateranverträge des Kirchenstaates mit Italien ordnen die Beziehungen und räumen Streitpunkte aus. Die Faschisten sichern sich das Wohlwollen der katholischen Kirche.

Der italienische Ministerpräsident Benito Mussolini und Kardinal Pietro Gasparri unterzeichnen die Lateranverträge, mit denen die Vatikanstadt als souveräner Staat neu gegründet wird. Damit endet der Konflikt um die »römische Frage«, der seit 1870 besteht. Damals wurde Rom und der Kirchenstaat in das Königreich Italien eingegliedert.

Nach dem nun geltenden Grundgesetz ist die Vatikanstadt eine absolute Monarchie. Oberhaupt des Staates, der eine Größe von 44 km hat und die Peterskirche, den Petersplatz, den Vatikan und seine Gärten sowie Kunstsammlungen, Bibliotheken, Archive und Dienstleistungsgebäude umfasst, ist der Papst. Er hat die legislative, judikative und exekutive Gewalt inne und regiert mit Hilfe der von ihm ernannten Kurie.

Rückblick: Der Kirchenstaat

In der sog. Pippinschen Schenkung überließ der fränkische Herrscher Pippin III. 754 dem Papst Ravenna und die Pentapolis und wurde damit zum Begründer des Kirchenstaats. 1870 wurde der Kirchenstaat aufgelöst und dem italienischen Nationalstaat einverleibt.

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Zeitungen zum 11.02.1929