11. März 1990: Litauen sprengt die UdSSR

11. März 1990: Litauen sprengt die UdSSR
Tag der litauischen Unabhängigkeit in Šiauliai, Litauen - 1990 - Rimantas Lazdynas [CC BY-SA]

+++ EREIGNISSE VOR 30 JAHREN +++

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Zeitungen zum 11.03.1990
Der endgültige Zerfall der UdSSR beginnt, nachdem Litauen als erste Sowjetrepublik seine Unabhängigkeit von Moskau erklärt.

Im Zuge der Perestroika wurde nach freien Wahlen am 11. März 1990 die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet. Litauen wurde 2004 Mitglied der EU und der NATO.

Ohne Gegenstimmen verabschiedet der Oberste Sowjet Litauens in einem in der sowjetischen Geschichte beispiellosen Schritt eine Deklaration über den Austritt aus dem sowjetischen Staatsverband und über die staatliche Unabhängigkeit der Baltenrepublik.

Der Parlamentsbeschluss folgt den ersten freien Wahlen vom 24. Februar, aus denen die Unabhängigkeitsbewegung Sajudis unter Vitautas Landsbergis mit 91 von 133 Mandaten als klare Siegerin hervorging. Der sowjetische Staatspräsident Michail S. Gorbatschow, der dem Zerfall der Union entgegensteuern will, drosselt als Gegenmaßnahme die Erdgas-, Öl- und Kohlezufuhr.

Nach litauischer Auffassung war der Beitritt zur UdSSR nicht freiwillig, sondern erzwungen. Im Hitler-Stalin-Pakt (23.8.1939) wurde Litauen der sowjetischen Interessensphäre zugeschlagen und am 15. Juni 1940 von der Roten Armee besetzt. Eine Marionettenregierung »ersuchte« um den Beitritt.

Am 29. April kommt es zu einem Kompromiss mit Gorbatschow. Er sieht vor, den Unabhängigkeitsbeschluss befristet auszusetzen. Gorbatschow, der am 1. Juli die Energieblockade aufhebt, verzichtet auf die Forderung nach Rücknahme. Am 4. und 8. Mai erklären sich Lettland und Estland für unabhängig.