11. September 1960: Gesamtdeutsche Siege bei Olympia

11. September 1960: Gesamtdeutsche Siege bei Olympia
Stadio dei Marmi im Jahr 1960 - Harry Pot / Anefo [CC0]

+++ EREIGNISSE VOR 60 JAHREN +++

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Zeitungen zum 11.09.1960
Die gesamtdeutsche Mannschaft erringt sowohl bei den Winterspielen in Squaw Valley/USA als auch bei den Sommerspielen in Rom eine unerwartete Medaillenausbeute. In Rom erreichen die Deutschen das beste Ergebnis seit 1936. Rom:

Die in der italienischen Hauptstadt am 25. August eröffneten XVII. Sommerspiele gehen mit einem prachtvollen Feuerwerk im Olympiastadion zu Ende. Die deutsche Mannschaft krönt am Abschlusstag mit dem Sieg im Nationenpreis der Springreiter ihr erfolgreiches Abschneiden mit der zwölften Goldmedaille.

Die XVII. Sommerspiele der Neuzeit brachten eine Flut sportlicher Bestleistungen und Überraschungen. Akzente setzten nicht nur die beiden Großmächte UdSSR (43 Goldmedaillen) und USA (34), sondern auch Sportler aus kleineren und »unterentwickelten« Ländern. Der sensationelle Sieg des barfüßigen Marathonläufers Abebe Bikila aus Äthiopien wurde als Symbol für das neue Selbstbewusstsein des afrikanischen Kontinents gedeutet. Als Überraschung galt auch die Silbermedaille im Zehnkampf für Yang Chuan-kwang aus Formosa (Taiwan), der mit nur 58 Punkten Rückstand hinter Rafer Johnson (USA) Zweiter wurde. Die meisten Olympiasiege konnte die US-amerikanische Sprinterin Wilma Rudolph für sich verbuchen. Die »schwarze Gazelle« holte olympisches Gold über 100 m, 200 m und als Schlussläuferin in der 4 x 100-m-Staffel. Squaw Valley:

Nach ungewöhnlich harmonischem Verlauf mit vielen sportlichen Höhepunkten endeten am 28. Februar die VIII. Olympischen Winterspiele im US-Bundesstaat Kalifornien. Sportliche Höhepunkte waren, neben dem unerwarteten Medaillensegen für die deutsche Mannschaft, der Erfolg des schwedischen Langläufers Sixten Jernberg und der knappe Sieg der finnischen 4 x 10-km-Staffel nach einem dramatischem Kampf gegen die Läufer aus Norwegen. Der norwegische Eisschnellläufer Knut Johnnesen konnte den bisherigen Weltrekord über 10 000 m gleich um 46 sec unterbieten. Die Eishockeymannschaft der USA wurde zum ersten Mal – vor Rekordgewinner Kanada (fünf von sieben Goldmedaillen) – Olympiasieger. Das Urteil von Marc Hodler, Präsident des Internationalen Skiverbandes, die Spiele im kalifornischen Squaw Valley seien aufgrund des familiären Charakters »die großartigsten Winterspiele aller Zeiten«, teilte die Sportpresse in aller Welt.