12. März 1930: Salzmarsch gegen Kolonialherren

12. März 1930: Salzmarsch gegen Kolonialherren
Mahatma Gandhi und Sarojini Naidu während des Salzmarsch. - From the en wikipedia HERE [Public domain]

+++ EREIGNISSE VOR 90 JAHREN +++

.
Zeitungen zum 12.03.1930
Mit dem von Mohandas Karamchand »Mahatma« Gandhi initiierten Boykott des Salzmonopols beginnt in Indien eine neue Widerstandskampagne gegen die britische Kolonialherrschaft zur Erlangung der nationalen Souveränität.

Zum Abschluss des 24-tägigen sog. Salzmarschs beginnt der Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, Mahatma Gandhi, am Golf Cambay mit der Salzgewinnung. Durch diesen bewussten Verstoß gegen das von der Kolonialmacht Großbritannien in Anspruch genommene Salzmonopol eröffnet Gandhi eine neue Kampagne des gewaltlosen Widerstands.

Der Boykott des Salzmonopols, mit dem Großbritannien den Salzverkauf in Indien beherrscht, soll die Kolonialregierung zum Einlenken zwingen, nachdem sie die Forderung der indischen Unabhängigkeitsbewegung nach nationaler Selbstbestimmung bislang nicht erfüllt hat. Der Indische Nationalkongress, 1885 von indischen Nationalisten als Volksvertretung konstituiert, hatte unter dem Vorsitz von Jawaharlal Nehru am 31. Dezember 1929 beschlossen, für die vollständige Unabhängigkeit Indiens und den Austritt aus dem britischen Empire zu kämpfen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich an den Aktionen des zivilen Ungehorsams, wie der Missachtung des Salzmonopols, zu beteiligen. Gandhi prangerte in einem Brief an den britischen Vizekönig in Indien, Edward Frederick Lindley Wood Halifax, 1. Baron Irwin, die Salzsteuer stellvertretend für andere soziale Ungerechtigkeiten in seinem Land an.

Die Kolonialregierung reagiert auf den Salzmarsch mit Repression. Rund 60 000 Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung werden inhaftiert. Ausdruck der unnachgiebigen Haltung der Briten ist der im Juni veröffentlichte sog. Simon-Bericht, in dem bezweifelt wird, dass die Inder für eine Unabhängigkeit »reif« seien. Seine Veröffentlichung löst in ganz Indien Proteste und Demonstrationen aus.

STICHWORT: Gewaltfreiheit

Gandhi setzt gewaltlose Aktionen als politische Kampfmittel ein. Die Beweggründe seiner Lehre sind eher religiöser als politischer Natur. Ihre Wurzeln finden sich vor allem in dem religiös-philosophischen Lehrgedicht Bhagawadgita, einem heiligen Text des Hinduismus. Daneben verarbeitet er Gedanken der Bergpredigt. Die geistige Kraft seines Denkens und Handelns bezeichnet Gandhi als Satjagraha, als die »Stärke, die aus Wahrheit, Liebe und Gewaltlosigkeit geboren ist«. Aufgrund dieser Haltung entfalte der Mensch eine unüberwindliche Kraft, die es ihm erlaube, allein gegen die ganze Welt zu stehen und den Gegner durch Einsicht zu überwinden. Als Mittel des politischen Handelns befürwortet Gandhi, der auch Gefängnisstrafen in Kauf nimmt, viele Formen des Ungehorsams.