13. Mai 1995: Ebola-Seuche löst weltweit Besorgnis aus

13. Mai 1995: Ebola-Seuche löst weltweit Besorgnis aus
Dieses Foto von 1995 zeigt Wissenschaftler mit Schutzausrüstung, die Proben von Tieren testet, die in Zaire auf das Ebola-Virus untersucht wurden. - Photo Credit:Content Providers(s): CDC/ Ethleen Lloyd [Public domain]

+++ EREIGNISSE VOR 25 JAHREN +++

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Zeitungen zum 13.05.1995
Eine tückische Seuche im afrikanischen Zaire ist Auslöser einer bedrohlichen Epidemie.

Die Regierung von Zaïre stellt die Stadt Kikwitt im Westen des Landes unter Quarantäne und lässt alle Zufahrtsstraßen sperren, nachdem in der Stadt eine Epidemie durch das Ebola-Virus ausgebrochen ist. Bis zum Erlöschen der Seuche Ende August sterben 244 der als infiziert gemeldeten 315 Menschen.

Weltweit wird befürchtet, dass der Erreger in die rd. 500 km entfernte Hauptstadt Kinshasa übertragen werden könnte, in der rd. 5 Mio. Menschen leben, und dass Flugreisende ihn von dort aus auf andere Kontinente verbreiten könnten. Nach Ansicht von Virologen hätte das Ebola-Virus allerdings in entwickelten Ländern wenig Chancen zur Ausbreitung, weil schon einfache hygienische Vorsichtsmaßnahmen wie Mundschutz und Gummihandschuhe zum Schutz gegen den Krankheitserreger ausreichen.

Im Krankenhaus von Kikwitt stoßen die aus den USA, Südafrika und anderen Ländern herbeigerufenen Ärzte jedoch auf katastrophale hygienische Zustände: Patienten müssen sich tagelang ein Bett mit einem Verstorbenen teilen, die Laken sind von Durchfall und Erbrochenem verschmutzt, gebrauchte Spritzen werden gereinigt und weiter verwendet.

Benannt ist das Ebola-Virus nach einem Fluss im Norden von Zaire. In dieser Region trat die Krankheit 1976 auf und forderte hier sowie im südlichen Sudan rd. 500 Todesopfer.

Der Erreger wird vermutlich durch Mücken, Zecken und Affen auf den Menschen übertragen, wobei diese Tiere aber nur als Zwischenwirte gelten. Von Mensch zu Mensch wird das Virus u.a. durch das Blut infizierter Personen weitergegeben. Gegen das Virus gibt es keinen Impfstoff. Methoden zur Behandlung infizierter Personen sind nicht bekannt. Kennzeichen des Ebola-Fiebers sind hohe Temperatur, Blutungen und Schockzustände. Der Tod tritt durch akutes Nierenversagen ein.

HINTERGRUND: Hygiene schützt Als Epidemie wird die massenhafte, rasche Ausbreitung einer Infektionskrankheit in einem größeren Gebiet bezeichnet. Auslöser solcher Infektionen sind Mikroorganismen, die sich im Körper des Betroffenen vermehren und ihn erkranken lassen. Die Erreger werden von den Infizierten auf andere Menschen übertragen, so dass sich die Krankheit immer weiter verbreitet. Als vorbeugende Maßnahmen gelten vor allem hygienische Vorkehrungen und – wenn möglich-Schutzimpfungen.