14. Februar 1989: Todesurteil gegen Salman Rushdie

14. Februar 1989: Todesurteil gegen Salman Rushdie

+++ VOR 30 JAHREN +++

Mit dem Mordbefehl gegen Salman Rushdie löst der iranische Revolutionsführer Khomeini weltweit einen Sturm der Entrüstung aus.

Ajatollah Ruhollah Khomeini »verurteilt« den anglo-indischen Schriftsteller Salman Rushdie wegen einiger Passagen seines Buches »Satanische Verse« zum Tode.

Der Religionsführer ruft die Muslime auf der ganzen Welt dazu auf, das Todesurteil gegen den Autor des Buches, das sich angeblich »gegen den Islam, den Propheten und den Koran« richtet, zu vollstrecken. Auf Rushdie wird ein »Kopfgeld« von 10 Mio. DM ausgesetzt. Bedroht werden auch diejenigen, die an der Herausgabe des Buches beteiligt sind. Nach Bekanntgabe des Mordaufrufs taucht Rushdie unter und bittet Scotland Yard um Schutz für sich und seine Frau.

Der im September 1988 erschienene Roman schildert die phantastischen Erlebnisse von zwei Indern, die sich nach einem überstandenen Flugzeugabsturz in London wiederfinden. Einem begegnet im Traum der Prophet Mohammed. Die Darstellung gilt vielen Fundamentalisten als Blasphemie. In zahlreichen Ländern, u.a. Pakistan und Ägypten, wird das Buch verboten.

1991 werden zwei Rushdie Übersetzer ermordet.

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Zeitungen zum 14.02.1989