14. Juni 1940: Die künstlerische Avantgarde verlässt Europa

14. Juni 1940: Die künstlerische Avantgarde verlässt Europa
Wassily Kandinsky - Komposition X, 1939, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf - Wassily Kandinsky [Public domain]

+++ EREIGNISSE VOR 80 JAHREN +++

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Zeitungen zum 14.06.1940
Nachdem sich Adolf Hitlers Herrschaft über fast ganz Europa ausgebreitet hat, sehen sich viele Künstler gezwungen, nach Übersee zu fliehen.

Nach der zwangsweisen Auflösung der europäischen Kunstszene in Paris (→ 14.6.1940), findet ein Teil der Avantgarde in New York einen neuen Wirkungskreis. Die US-amerikanische Metropole wird zum Kunstzentrum der westlichen Hemisphäre. Die neue Emigrantenkunstszene ist von deutlich antifaschistischen und pazifistischen Tendenzen bestimmt.

Fernand Léger, Man Ray und Piet Mondrian siedeln sich 1940 in New York an. Schon 1939 kamen Robert Sebastian Matta, Salvador Dalí, Yves Tanguy und Kurt Seligmann in die Vereinigten Staaten. Der expressionistische Maler russischer Abstammung Marc Chagall beginnt 1940 in Frankreich sein Werk »Der Maler als Gekreuzigter«, das er erst 1943 in den USA vollenden wird.

Viele deutsche Künstler, die von dem »unerbittlichen Säuberungskrieg« des Propagandaministeriums und der Reichskulturkammer betroffen sind, können nur in der Emigration ihre Arbeit fortsetzen. Einige nutzen das Exil, um auf künstlerischem Weg ihren Protest gegen das faschistische Unrechtsregime auszudrücken. John Heartfield, mit bürgerlichem Namen Helmut Herzfeld, prangert mit seinen Fotomontagearbeiten in Großbritannien Nazi-Deutschland an. Auch der gebürtige Österreicher Oskar Kokoschka hält sich in Großbritannien auf. Dort fordert der Staat propagandistische Kunst gegen das NS-Regime. Künstler wie der Bauhaus-Lehrer Wassily Kandinsky und der Maler Max Beckmann leben schon seit den 30er Jahren im französischen bzw. niederländischen Exil. Während der Dadaist Kurt Schwitters aus dem besetzten Norwegen nach Großbritannien flüchtet, bleibt Beckmann im besetzten Amsterdam.