15. August 1969: Woodstock-Festival: Höhepunkt der Hippiebewegung

15. August 1969: Woodstock-Festival: Höhepunkt der Hippiebewegung
Woodstock, Joe Cocker tritt vor riesigen Licht- und Sound-Türmen auf. Woodstock Whisperer [CC BY-SA 4.0], from Wikimedia Commons

+++ VOR 50 JAHREN +++

Das legendäre Woodstock-Festival wird zum Inbegriff der Love-and-Peace-Bewegung.

Mit der dreitägigen »Woodstock Music and Arts Fair« (15. – 17. August), weltberühmt geworden als Woodstock-Festival, erreicht die Hippiekultur ihren Höhepunkt.

Wegen allzu strikter Auflagen von Seiten der örtlichen Behörden findet das Open-Air-Konzert nicht wie geplant in der nördlich von New York gelegenen Kleinstadt Woodstock statt, sondern etwa 80 km entfernt in White Lake bei Bethel. Hier stellt der Farmer Max Yasgur den Veranstaltern 243 ha Land zur Verfügung. Der Rahmen der geplanten Veranstaltung wird gesprengt, als sich statt der erwarteten 60 000 etwa 1 Mio. Menschen auf den Weg nach Woodstock machen. Zwischen 400 000 und 500 000 von ihnen erreichen das Festivalgelände, die anderen werden vorher zurückgehalten. Sämtliche Straßen in der Umgebung sind kilometerweit verstopft. Die Musikgruppen sowie Nahrungsmittel und Trinkwasser werden eingeflogen.

Viele der jungen Besucher erfahren sich in Woodstock zum ersten Mal in einer Gemeinschaft. Hierin liegt neben dem Erlebnis von Sex, Drogen und Rock wohl auch das eigentlich Erhebende des streckenweise verregneten Festivals. Von der Entdeckung, eine unübersehbare Schar von Außenseitern zu sein, geht eine allgemeine Hochstimmung aus, die, wie die Züricher Untergrundzeitung »Hotcha« schreibt, »der Kriegmachergeneration langsam Angst macht«.

Im nach hinein wird das Festival für Jugendliche auf der ganzen Welt zu einem Mythos. Die Woodstock LPs und der abendfüllende Film von Michael Wadleigh machen das Festival auch kommerziell zu einem Erfolg, was teilweise als Ausbeutung der Gegenkultur kritisiert wird.

Hintergrund: Aufgebot der Superstars

Das Woodstock-Festival ist ein Mammutereignis der Rockmusik mit berühmten und noch unbekannten Stars der Musikszene.

Unter den Musikern befinden sich Joan Baez, Joe Cocker, Arlo Guthrie, Richie Havens, Janis Joplin und Jimi Hendrix. Außerdem spielen die Rockgruppen »Country Joe & The Fish«, »Crosby, Stills, Nash & Young«, »The Who«, »Jefferson Airplane«, »The Butterfield Blues Band«, »Canned Heat« und »Mountain«. Höhepunkt und krönender Abschluss des Festivals ist Jimi Hendrix’ Nummer »Star Spangled Banner«: Am Schluss des Festivals spielt Hendrix eine unerhörte Version der US-Nationalhymne. Unter den Fingern des genialen Gitarristen wird das Lied der US-Amerikaner zur quietschenden und jaulenden Kriegserklärung an den Vietnam-Krieg und alle Obrigkeit. Auch der »Fixin-to-Die-Rag« von Country Joe McDonald, eine bittere Satire auf den Krieg in Indochina, wird weltberühmt.