16. Januar 1920: Alkoholverbote gegen »Unmoral«

16. Januar 1920: Alkoholverbote gegen »Unmoral«
Alkoholvernichtung während der Prohibition - See page for author [Public domain]

+++ EREIGNISSE VOR 100 JAHREN +++

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Zeitungen zum 16.01.1920
In den USA beginnt die Zeit der Prohibition. Schmuggler und kriminelle Banden übernehmen den lukrativen Alkoholhandel.

Der 18. Verfassungszusatz über die Prohibition tritt in den USA in Kraft. Er verbietet Alkoholherstellung, -handel und -konsum. Das strenge Verbot bezieht sich auf alle Getränke mit mehr als 0,5% Alkoholgehalt. Aufgrund des 1919 erlassenen Ausführungsgesetzes (Volstead-Gesetz) sind die Bundesbehörden zur strafrechtlichen Verfolgung befugt.

Treibende Kräfte für die Prohibition sind hauptsächlich puritanisch-protestantische Kreise im » Bibel-Distrikt« genannten ländlichen Süden der USA. Mit dem allgemeinen Alkoholverbot glauben seine kleinstädtischen und ländlichen Befürworter, dem vermeintlich unmoralischen modernen Lebenswandel in den Großstädten Einhalt gebieten zu können.

Gangsterbanden deren Einfluss in der Prohibitionszeit stetig steigt, übernehmen den Handel mit alkoholischen Getränken. Erste Gangsterimperien, wie das des Al Capone in Chicago, entstehen.

Besonders in den Städten wird keineswegs auf Alkohol verzichtet. Gerade die Illegalität macht das Trinken zum Abenteuer. Selbst junge Frauen sind in getarnten Kneipen (»Speakeasies«) anzutreffen. Viele beginnen mit Schwarzbrennerei.

Durststrecke Erst am 5. Dezember 1933 um 17.32 Uhr haben die Freunde von Bier und Spirituosen in den USA wieder Grund zum Feiern: Als 36. Staat billigt Utah den 21. Zusatz zur Bundesverfassung, der die verfassungsändernde Mehrheit erhält. Das Alkoholverbot ist damit wieder aufgehoben. US-Präsident Franklin D. Roosevelt, nach dessen Meinung die Prohibition nur das Verbrechertum förderte, hat maßgeblichen Anteil an der Aufhebung des Alkoholverbots.