16. Juli 1979: Saddam Hussein an der Macht

16. Juli 1979: Saddam Hussein an der Macht

+++ VOR 40 JAHREN +++

In Zeiten innerer Unruhen und außenpolitischer Unsicherheiten setzt sich Saddam Hussein an die Spitze des irakischen Staates.

Der irakische Staatspräsident Ahmad Hasan Al Bakr tritt zurück. Als Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter im Vorsitz des revolutionären Kommandorates, Saddam Hussein, vereidigt.

Der Amtswechsel wird mit dem schlechten Gesundheitszustand von Al Bakr begründet, der seit Juli 1968 an der Spitze des Staates stand. Hussein vereinigt nun alle Macht in seinen Händen. Er ist in Personalunion Vorsitzender des Kommandorates der Revolution, Generalsekretär der regierenden nationalistisch-sozialistischen Bath-Partei, Regierungschef und Staatspräsident.

Das Land ist innenpolitisch zerrissen. Neben den Kurden werden auch irakische Kommunisten verfolgt, die Mitte März die von der Bath-Partei beherrschte »Nationale Progressive Volksfront« verlassen haben. Wegen angeblicher Vorbereitung eines Staatsstreichs werden am 28. Juli eine Reihe hochrangiger Personen verhaftet. Von den 54 Inhaftierten erhalten 21 die Todesstrafe.

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Zeitungen zum 16.07.1979

Nach dem Sieg der Schiiten im Iran (1.2.1979) befürchtet die Bath-Partei außerdem, dass sich auch die Schiiten im Irak – sie stellen etwa die Hälfte der Bevölkerung – gegen das vom sunnitischen Teil (etwa 25%) der Bevölkerung getragene Regime erheben könnten. Am 12. Juni wurden deshalb bereits über 200 militante Schiiten verhaftet.

Hussein galt schon lange als der eigentlich starke Mann im Irak. Er organisierte u.a. die Abwehrfront der Araberstaaten gegen den ägyptisch-israelischen Frieden. Sein Konterfei prangte in Amtsstuben, an Zäunen und Wänden gleichgroß neben dem des Präsidenten. Mit 19 Jahren trat der aus der Stadt Takrit stammende Saddam in die Bath-Partei ein. Er verbrachte den Großteil seines Lebens im Untergrund.