17. September 1939: An der Ostsee betreibt Stalin Gewaltpolitik

17. September 1939: An der Ostsee betreibt Stalin Gewaltpolitik
Leuchtspurmunition über der finnisch-sowjetischen Grenze, Dezember 1939. - SA-photo (SA-Kuva) [Public domain], via Wikimedia Commons

+++ VOR 80 JAHREN +++

Mit dem Überfall auf Polen sowie dem Krieg gegen Finnland unterstreicht die Sowjetunion ihren Hegemonialanspruch im Ostseeraum.

Die Rote Armee überschreitet die polnische Ostgrenze, überrollt die polnischen Garnisonen und gewinnt schnell Gelände.

Bewusst hat die sowjetische Führung die Entwicklung der deutschen Offensive abgewartet, von deren Schnelligkeit sie überrascht wurde. Am 18. September treffen Deutsche und Sowjets in Brest aufeinander. Die Festung Lemberg kapituliert am 22. September vor der Roten Armee.

Um die Geheimabsprachen des Hitler-Stalin-Paktes (23.8.1939) der neuen Lage anzupassen, reist Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop nach Moskau, wo am 28. September eine neue Grenzziehung vereinbart wird. Die von beiden Seiten als endgültig anerkannte Grenze verläuft von der Südspitze Litauens westlich bis zur Reichsgrenze und an dieser entlang bis zur Pissa, Sie folgt dem Fluss bis Ostroleka, wendet sich nach Südosten bis zum Bug und folgt ihm bis Krystnopol, biegt nach Westen ab bis zum San und folgt seinem Lauf.

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Zeitungen zum 17.09.1939

Baltikum:

Durch den Abschluss von bilateralen Beistandsverträgen mit Estland am 28. September, Lettland am 5. Oktober und Litauen am 10. Oktober untermauert die Sowjetunion ihren Vormachtanspruch im Ostseeraum, Moskau sichert sich u.a. Militärbasen und Flottenstützpunkte, In Lettland darf die Sowjetunion an der Küste zwischen Libau, Windau und Pitrags Küstenartillerie unterhalten.

Finnland:

Ohne Kriegserklärung marschiert die Rote Armee am 30. November in das neutrale Nachbarland ein. Das kleine Land widerstand während des ganzen Novembers Drohungen und Pressionen bei Verhandlungen über Gebietsveränderungen. Konkret formulierte Moskau gegenüber Finnland folgen de Forderungen: Abtretung, eines Gebietsstreifen an der Karelischen Landenge gegen ein großes an Finnland angrenzendes Gebiet Kareliens und Verpachtung des Hafens von Hangö zur Errichtung eines sowjetischen Marine- und Luftwaffenstützpunktes sowie des eisfreien Hafens Petsamo. Eine Abtretung Hangös kommt für Finnland grundsätzlich nicht in Frage.

Ein von der Roten Armee in Karelien provozierter Grenzzwischenfall löst die Feindseligkeiten aus. Die sowjetischen Truppen stellen auf unerwartet starken Widerstand der zahlenmäßig unterlegenen finnischen Einheiten. Aufgrund ihrer Aggression gegen Finnland wird die Sowjetunion am 14. Dezember aus dem Völkerbund ausgeschlossen Am 12. Marz 1940 schließen Finnland und Moskau einen Friedensvertrag. Er verpflichtet Finnland zu umfangreichen Gebietsabtretungen, erhält aber die Souveränität des Landes. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion (22.6.1941) kämpft Finnland bis 1944 auf deutscher Seite.