19. April 1943: Sie zeigten der Welt, dass sie sich nicht wie Lämmer zur Schlachtbank führen ließen

19. April 1943: Sie zeigten der Welt, dass sie sich nicht wie Lämmer zur Schlachtbank führen ließen
Aus dem Stroop-Bericht von 1943 an Heinrich Himmler von Mai 1943. Die originale Bildunterschrift lautet „Mit Gewalt aus Bunkern hervorgeholt“. By Unknown (Franz Konrad confessed to taking some of the photographs, the rest was probably taken by photographers from Propaganda Kompanie nr 689.[1][2])Jürgen Stroop [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

+++ VOR 75 JAHREN +++

Am 19. April 1943 begann im Warschauer Ghetto der Aufstand der darin eingeschlossenen jüdischen Bevölkerung, die sich der Deportation in die Vernichtungslager der Nazis zur Wehr setzen wollten. Obwohl die Aufständischen unter der Führung von Mordechaj Anielewicz kaum bewaffnet waren, dauerten die Auseinandersetzungen mit den absolut überlegenen Besatzern mehrere Wochen.
Im Ghetto feierte man das Passah-Fest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei erinnert, als am Morgen des 19. April mehrere hundert Mann der SS ins Ghetto marschierten. Die Aufständischen eröffneten das Feuer auf die Deutschen und setzten einen ihrer Panzer mit Molotowcocktails in Brand, so dass sich die SS zurückziehen musste. Alle Zugwaggons, die für Transporte in die Gaskammern bereitstanden, blieben an diesem Tag leer.
In den folgenden Wochen kam es immer wieder zu heftigen Straßenkämpfen, bis die Besatzer anfingen, die Häuser im Ghetto in Brand zu setzen, um die darin Versteckten auszuräuchern.
Am 16. Mai, fast einen Monat nach Beginn des Aufstands, sprengten die Deutschen die Warschauer Synagoge und erklärten die „Ghetto-Großaktion“ für beendet.
Während der Kämpfe starben im Ghetto 13.000 Juden, 7.000 wurden in Konzentrationslager deportiert. Von den einst 400.000 Menschen in der größten jüdischen Gemeinde Europas überlebten nur wenige, die sich in „arischen“ Vierteln Warschaus verstecken oder bis zur Befreiung der Konzentrationslager, in die sie verschleppt worden waren, durchhalten konnten.
Heute sind kaum noch Täter am Leben. Von uns nach dem Krieg Geborenen hat niemand mehr Schuld am Holocaust. Aber wir tragen die Verantwortung, dass dieses, eines der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, nie vergessen wird. Und wir haben dafür Sorge zu tragen, dass es sich niemals wiederholen wird.

.

Zeitungen zum 19.04.1943