19. Juli 1970: Merckx dominiert Radsportszene

19. Juli 1970: Merckx dominiert Radsportszene
Eddy Merckx - 1969 - Giuseppe Pino (Mondadori Publishers) [Public domain]

+++ EREIGNISSE VOR 50 JAHREN +++

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Zeitungen zum 19.07.1970
Als dritter Athlet nach Fausto Coppi und Jacques Anquetil schafft Eddy Merckx den Gewinn von Giro d’Italia und Tour de France in einem Jahr.

Mit 12:41 min Vorsprung wiederholt Eddy Merckx seinen Vorjahressieg bei der Tour de France. Mit dem Gewinn von insgesamt acht Etappen während der Tour stellt Merckx den 40 Jahre alten Rekord des Franzosen Charles Pélissier ein.

Aufgrund der großen Dominanz des belgischen Radsportstars verläuft die traditionsreiche Frankreich-Rundfahrt ohne große Spannung. Auf der sechsten Etappe mit dem Zielort Valenciennes übernimmt Merckx das gelbe Trikot des Spitzenreiters und baut seine Führung ständig aus. Auch im abschließenden Zeitfahren über 54 km deklassiert der 25-jährige mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 46,520 km/h seine 100 noch verbliebenen Konkurrenten. Der Spanier Luis Ocaña hat als Etappenzweiter schon fast zwei Minuten Rückstand auf den Sieger.

Bereits am 6. Juni hatte Merckx die zweite bedeutende Radrundfahrt des Jahres klar gewonnen. Beim 53. Giro d’Italia wurde der Italiener Felice Gimondi Zweiter. Von 130 Startern kamen 97 ins Ziel. Auch dem Giro mangelte es an Spannung, da Eddy Merckx bereits am neunten Tag eine deutliche Führung herausgearbeitet hatte.

Neben den beiden großen Rundfahrten gewinnt Merckx 1970 auch die Fernfahrt Paris-Nizza sowie die klassischen Straßenrennen Gent-Wevelgem, Paris-Roubaix und Wallonischer Pfeil.

Der Belgier ist der beste Radsportler seiner Zeit. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« kommentiert das Phänomen Merckx mit den Worten: »Merckx ist nur noch an Merckx zu messen.«

ZUR PERSON: Eddy Merckx Der Flame (* 17.6.1945 in Meensel-Kizegem), der nach dem Gewinn der Straßenweltmeisterschaft 1964 ins Profilager wechselte, gehört zu den größten Radrennfahrern der Sportgeschichte.

Er gewinnt jeweils fünfmal die Rundfahrten Tour de France (1969, 1970, 1971, 1972, 1974) und Giro d’Italia (1968, 1970, 1972, 1973, 1974). Den Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich beendet der Belgier ebenfalls fünfmal, die Fernfahrt Mailand-San Remo siebenmal als Sieger. 1967, 1971 und 1974 wird der Ausnahmeathlet Profi-Weltmeister. 1972 hält er mit 49,431 km/h den Stundenweltrekord. Als weltbester Straßenfahrer erringt Eddy Merckx 1973-75 den Super-Prestige-Cup.