21. März 1919: Bauhaus will Künste bündeln

21. März 1919: Bauhaus will Künste bündeln
Bauhaus-Gebäude in Dessau, Atelierhaus © Foto Josef Höckner, München

+++ VOR 100 JAHREN +++

Das Kunstinstitut und der Begriff Bauhaus werden rasch zu einem Synonym für modernes Bauen.

Im Nationaltheater findet die Eröffnung des Bauhauses statt. Dieses Kunstinstitut ist durch die Initiative von Walter Gropius aus dem Zusammenschluss der Weimarer Hochschule für Bildende Kunst mit den Resten der 1915 aufgelösten Weimarer Kunstgewerbeschule Henry van de Veldes entstanden.

Der Name Bauhaus soll an die Bauhütten des Mittelalters erinnern. Wie diese soll das Bauhaus unter der Leitung der Architektur die Künste zusammenführen und die Trennung zwischen Kunst und Handwerk aufheben. Die traditionellen Akademieklassen werden in Werkstätten umgewandelt, an deren Spitze ein Handwerksmeister und ein Formmeister stehen. Produktion und Lehre sind im Werkstättenbetrieb eng verbunden. Ausgangspunkt der gestalterischen Tätigkeit soll das Material sein. Kunst und Industrie sollen im Sinne einer umfassenden Lebensgestaltung zusammenwirken.

Das Ziel umreißt Gropius mit den Worten: »Erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird – Architektur und Plastik und Malerei – der aus Millionen Händen der Handwerker einst gen Himmel steigen wird, als kristallenes Sinnbild eines neuen, kommenden Glaubens.« Als Formmeister hat Gropius u.a. den Maler Lyonel Feininger, den Bildhauer Gerhard Marcks und den Maler und Kunstpädagogen Johannes Itten.

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Zeitungen zum 21.03.1919

Zur Person: Walter Gropius

Der Berliner (* 18.5.1883) zählt seit seinem ersten Industrie-Bau. dem mit Adolf Meyer entworfenen Fagus-Werk in Alfeld an der Leine (1911), zu den führenden und kühnsten Architekten der Moderne. Bis 1928 leitet er das Bauhaus. Von 1928 bis zu seiner Emigration 1933 nach Großbritannien arbeitet er als Architekt in Berlin (Siemensstadt). Gropius trägt wesentlich zur Herausbildung der Methode des funktionalistischen Bauens und zur Entwicklung eines neuen ästhetischen Bewusstseins im Bereich der Architektur und industrieller Massenprodukte bei. 1964-68 entwirft Gropius die Berliner Buckow-Rudow-Siedlung (später Gropiusstadt). Der Architekt, der 1969 in Boston stirbt, arbeitete u.a. an der Harvard Universität (USA).