22. Juni 1940: »Blitzmädchen«

22. Juni 1940: »Blitzmädchen«
Nachrichtenhelferinnen im Leitstand der 4. Flakdivision (1944) - Bundesarchiv, Bild 101I-668-7168-05A / Zoll / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 DE]

+++ EREIGNISSE VOR 80 JAHREN +++

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Zeitungen zum 22.06.1940
Nach der Besetzung Dänemarks, Norwegens, Luxemburgs, der Niederlande, Belgiens und Frankreichs melden die drei Wehrmachtsteile Heer, Luftwaffe und Marine vermehrten Bedarf an weiblichen Hilfskräften. Aufgrund ihres Uniformabzeichens im Funkdienst, einem Pfeilsymbol, werden die Helferinnen auch »Blitzmädchen« genannt. Die Einsatzbereiche der verpflichteten Frauen finden sich vorrangig im Fernmeldedienst, im Flugwachdienst und im Luftschutzwarndienst. Sie werden als zusätzliches Personal in den Militärverwaltungen der besetzten Gebiete eingesetzt. Ab 1943 werden durchgehend Soldaten aus dem Fernmelde- und Funkhorchdienst durch Frauen ersetzt. Die wachsende Zahl der weiblichen Hilfskräfte wird mit dem Beginn des Russlandfeldzuges (→ 22.6.1941) weiter forciert. Im Oktober 1941 müssen alle Heeresdienststellen 10% der bei ihnen beschäftigten zivilen weiblichen Hilfskräfte freistellen. Mitte 1944 wird die Anzahl der Wehrmachthelferinnen um 150 000 Frauen auf 300 000 angehoben. Anfang 1945 sind unter dem Druck wachsender Verlustzahlen an den Fronten schließlich eine halbe Mio. Frauen im Wehrmachtdienst tätig. Die Uniformierung der Frauen ist anfänglich umstritten. Mit dem Argument, in einem uniformierten Korps ließe sich leichter Zucht und Ordnung erhalten und um die Frauen im Ausland als Repräsentantinnen der Wehrmacht kenntlich zu machen, wird als erste Gruppe das weibliche Flugmeldedienstpersonal eingekleidet. Alle Helferinnen sind dem Militärstrafgesetzbuch unterstellt.