23. Februar 1893: Patent auf Fahrverbote?

23. Februar 1893: Patent auf Fahrverbote?
Rudolf Diesel (1883) - By Unknown photographer [Public domain], via Wikimedia Commons

Sieben Jahre, nachdem Carl Benz seinen Motorwagen erfand, erhielt Rudolf Diesel am 23. Februar 1893 das Reichspatent (RP 67207) auf „Arbeitsverfahren und Ausführung für Verbrennungsmaschinen“, also für den nach ihm benannten Dieselmotor.
Eine Direkteinspritzung von Kraftstoff in den Brennraum scheiterte damals an zwei Faktoren. Erstens gab es keine geeigneten Pumpen, zweitens mangelte es verfügbaren Einspritzventilen an Präzision. Diesel umging diese Probleme, indem er den Kraftstoff mit Druckluft genau dosiert im Brennraum verteilte. Knapp ein Jahr später lief der erste Dieselmotor aus eigener Kraft. Bald wurde die neue Technologie zum Antrieb von LKW, Schiffen und schweren Maschinen genutzt, dank technischer Verbesserungen schließlich auch in PKW.

Patent für Rudolf Diesel vom 23. Februar 1893 für einen Vorläufer des Dieselmotors - [Public domain], via Wikimedia Commons

Patent für Rudolf Diesel vom 23. Februar 1893 für einen Vorläufer des Dieselmotors – [Public domain], via Wikimedia Commons

Lange galt der Dieselmotor als besonders umweltfreundlich, bis man die gesundheitsschädigende Wirkung seiner Ruß- bzw. Feinstaubemissionen erkannte. Nachdem betrügerische Methoden bei Emissionstests von mehreren Fahrzeugherstellern aufgedeckt wurden, fiel der Dieselmotor in Ungnade. Mittlerweile drohen vor allem in Großstädten Fahrverbote, der Wiederverkaufswert von Dieselautos sank daraufhin. Ob all das das Ende des Dieselmotors bedeutet, werden wir sehen.

Persönlichkeit: Rudolf Diesel