24. Januar 2009: Streit um Piusbruderschaft

24. Januar 2009: Streit um Piusbruderschaft

+++ VOR 10 JAHREN +++

Papst Benedikt XVI. hebt die Exkommunikation gegen vier Bischöfe der konservativen Piusbruderschaft auf. Darunter befindet sich auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson. Der Vorgang erregt weltweites Aufsehen.

Die Rehabilitierung des Bischofs Williamson durch Papst Benedikt XVI. stößt weltweit auf größtes Unverständnis und bringt die katholische Kirche in Erklärungsnot. Williamson hatte seine Leugnung des Holocausts nur wenige Tage zuvor noch einmal in einem Interview im schwedischen Fernsehen wiederholt. So verneinte er die Existenz von Gaskammern zur NS-Zeit und stritt auch die massenweise Vernichtung von Juden ab.

Die Haltung der deutschen Bischöfe zur Vorgehensweise des Papstes ist uneinheitlich. Einige vermuten eine gezielte Kampagne gegen Benedikt durch die zeitnahe Ausstrahlung des Interviews, andere reagieren mit Kritik und Unverständnis. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert klare Worte vom Papst zur Richtigstellung der ganzen Angelegenheit. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass es vom Vatikan eine Leugnung des Holocaust gebe. Wenige Tage später droht Israel mit einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan. Am 4. Februar fordert die katholische Kirche Williamson auf. seine Thesen zu widerrufen, ansonsten könne er nicht wieder als Bischof eingesetzt werden.

Die erzkonservative Piusbruderschaft St. Pius X. wurde 1970 durch Marcel Lefebvre ins Leben gerufen. Er weigerte sich, die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils umzusetzen. Papst Paul VI. verbot ihm 1976 die Amtsausübung, doch 1988 weihte Lefebvre vier Priester zu Bischöfen, darunter auch Williamson.

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Zeitungen zum 24.01.2009