24. Juni 1995: Christo verhüllt den Reichstag in Berlin

24. Juni 1995: Christo verhüllt den Reichstag in Berlin
Reichstagsgebäude, 1995 verkleidet durch CHRISTO & JEANNE-CLAUDE - qwesy qwesy [CC BY]

+++ EREIGNISSE VOR 25 JAHREN +++

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Zeitungen zum 24.06.1995
Mehr als 5 Mio. Menschen bestaunen den von Christo in ein Kunstwerk verwandelten Reichstag.

Der bulgarisch-US-amerikanische Künstler (eigtl. Christo Javacheff) und seine Frau Jeanne-Claude haben ein lange geplantes Projekt verwirklicht und das Reichstagsgebäude unter einer silbrig glänzenden Hülle verborgen.

Der Verpackungskünstler Christo, der während der Verhüllungsarbeiten am 13. Juni seinen 60. Geburtstag feiert, hat mit »The Wrapped Reichstag« den Berlinern ein Werk beschert, dem Kunstkritiker eine überwältigende Ausstrahlung bescheinigen und das auch Laien zu Begeisterung hinreißt.

Die seiner gesamten künstlerischen Arbeit zu Grunde liegende Idee, Formen und Inhalte durch ihre Verhüllung erlebbar zu machen und mit vergänglichen Kunstwerken beim Betrachter ein Gefühl für die eigene Endlichkeit zu wecken, teilt sich auch Skeptikern im Angesicht des wilhelminischen Parlamentsgebäudes überzeugend mit.

Die Kosten für das Projekt, zu dem der Bundestag 1994 seine Zustimmung gab, belaufen sich auf 15 Mio. DM, 3,5 Mio. DM mehr als ursprünglich geplant. Die Hülle besteht aus 100 000 m2 silbrig glänzendem Polypropylen-Gewebe, dessen Stoffbahnen mit 1300 km Garn zusammengenäht worden sind. Der mit 4 kg Aluminium metallisierte Stoff ist schwer entflammbar und recycle fähig. Zur Befestigung dienen 15 600 m blaues Polypropylen-Seil von 32 mm Durchmesser.