24. März 1989: »Exxon Valdez« löst Ölpest aus

+++ VOR 30 JAHREN +++

Zum Synonym für vom Menschen leichtfertig verursachte Umweltschäden wird der Name des havarierten Öltankers »Exxon Valdez«.

Vor der Südküste von Alaska läuft der mit 206 000 t Rohöl beladene Tanker »Exxon Valdez« auf ein Riff und schlägt Leck. 42 000 t Rohöl laufen in die arktischen Gewässer aus. Das Öl verseucht die Küste auf 1300 km Länge und führt in einer der biologisch wertvollsten Meereszonen der Welt zu einer verheerenden Umweltkatastrophe.

Fahrlässigkeit:

Ursache der Havarie sind schwere Manövrierfehler. Der Supertanker von Exxon, der größten Mineralölgesellschaft der Welt, wurde vorschriftswidrig vom Dritten Offizier gesteuert, während sich der Kapitän angetrunken in seiner Kabine aufhielt. Beim Versuch des Dritten Offiziers, mehreren Eisschollen auszuweichen, kam der 335 m lange Tanker vom Kurs ab und kollidierte mit dem Bligh-Riff. Dann lief er noch zwei Seemeilen mit voller Kraft weiter, ehe er auf mehreren Felsen aufsetzte. Durch meterbreite Risse und Löcher strömt das Öl ins Meer.

Ökologische Schäden:

Der Ölteppich dehnt sich auf eine Fläche von 1600 Quadratkilometer aus. Opfer der Ölpest in diesen fischreichen Gewässern sind tausende von Seehunden, Seelöwen und Wale. Von freiwilligen Helfern werden in den folgenden Monaten 26 000 tote Vögel eingesammelt. Schätzungen gehen jedoch von 2,6 Mio. verendeten Vögeln aus. Die Küstenfischerei muss völlig eingestellt werden. 1993, vier Jahre nach der Ölkatastrophe, wird eine Bilanz der Schäden veröffentlicht. Sie zeigt, dass in der Region die Überlebens- und Nachkommensrate vieler Tierarten stark gesunken ist.

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Zeitungen zum 24.03.1989

Säuberung:

Nach anfänglichen Versuchen, das Ausmaß der Katastrophe herunterzuspielen, übernimmt Exxon die Reinigung der Strände mit einem Aufwand von – nach eigenen Angaben – ca. 0,87 Mrd. €. Die 9000 dabei eingesetzten Arbeiter können nur einen geringen Teil der Küste vom Öl befreien.

Hintergrund: Umweltschäden

Öl schädigt den Lebensraum von Tieren und Pflanzen im Wasser und an den Küsten. Seine schweren Bestandteile binden sich zu Klumpen, die an die Küsten gespült werden oder auf den Meeresgrund sinken. Mit Korallenbänken und Meergraswiesen sterben Laichgründe vieler Fischarten ab. An der Küste verklebt das Öl Pflanzen und Tiere des Gezeitengebiets.

Der harte Konkurrenzkampf und die Neigung der Reedereien, ihre gefährliche Fracht mit wenig Aufwand für Sicherheit und Fachpersonal über die Meere zu bringen, erhöhen die Gefahr von Ölkatastrophen. Jährlich gelangen rd. 3,2 Mio. t Öl in die Meere, das meiste jedoch in verdünntem Zustand, z.B. nach Tankreinigungen.