24. März 1999: NATO entscheidet Kosovokrieg

24. März 1999: NATO entscheidet Kosovokrieg
Flüchtlinge und internationale Medien in Kukës, Albanien. - Jonuz Kola [CC BY-SA 4.0], from Wikimedia Commons

+++ VOR 20 JAHREN +++

Nach 79 Tagen Luftkrieg erzwingt die NATO den Rückzug der serbischen Truppen aus dem Kosovo.

Am 24. März 1999 gegen 20 Uhr bestätigt die NATO den Beginn der Luftangriffe auf Ziele im Kosovo und in Serbien (Operation Allied Force). Die erste Angriffsphase richtet sich gegen die jugoslawische Luftabwehr, Radaranlagen, Befehlszentren sowie Waffen- und Munitionslager. Die Luftschläge, an denen Kampfflugzeuge aus 13 Ländern, darunter erstmals vier Tornados der Bundeswehr teilnehmen, sind der Versuch, die Vertreibung der Kosovo-Albaner und einen sich abzeichnenden Völkermord zu stoppen.

Das nach Autonomie strebende Kosovo ist zu 90% von Albanern bewohnt. Jugoslawiens Armee hatte zunächst die albanische Befreiungsarmee UÇK niedergekämpft. Dann begannen serbische Spezialeinheiten mit der Ermordung und systematischen Vertreibung der Albaner.

Nach dem Rückzug der serbischen Truppen am 10. Juni beginnt der Wiederaufbau der zerstörten Provinz nur schleppend.

Am 20. September stimmt die UÇK ihrer Auflösung zu. Dennoch steht die 50 000 Mann starke UN-Truppe KFOR bei der Befriedung des Kosovo vor riesigen Problemen. Schutzzonen unter amerikanischer, britischer, deutscher, französischer und italienischer Hoheit werden eingerichtet. Im Zuge der Massenrückkehr albanischer Kosovo-Flüchtlinge kommt es zu Racheakten gegen Serben und Roma. Da die KFOR Schutzmaßnahmen für die Serben ergreift, wird auch sie Zielscheibe der Aggressionen.

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Zeitungen zum 24.03.1999

Hintergrund: Flüchtlingsdrama

Die kriegerischen Auseinandersetzungen um das Kosovo sind begleitet von einer Vielzahl menschlicher Tragödien. Bis Juni suchen rd. 700 000 aus ihrem Land vertriebene Kosovo-Albaner Schutz in den nahegelegenen Grenzregionen Albaniens und Mazedoniens. Diese Länder sind mit der Aufnahme der Flüchtlinge hoffnungslos überfordert. Anfang April sitzen an der mazedonischen Grenze zum Kosovo bei Blace Zehntausende Flüchtlinge fest. Da Mazedonien droht, die Grenze zu schließen, organisieren Deutschland und andere NATO-Staaten groß angelegte Hilfsaktionen. In kurzer Zeit werden Zelte für die Flüchtlinge aufgestellt und Lebensmittel sowie medizinische Hilfe organisiert. Erheblich langsamer läuft die Aufnahme größerer Flüchtlingskontingente in die Staaten der Europäischen Union.