26. März 2000: Wladimir Putin wird neuer Präsident von Russland

26. März 2000: Wladimir Putin wird neuer Präsident von Russland
Putin leistet den Präsidentenschwur neben Boris Jelzin, Mai 2000 - Kremlin.ru [CC BY]

+++ EREIGNISSE VOR 20 JAHREN +++

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Zeitungen zum 26.03.2000
Bei der vorgezogenen Präsidentenwahl in Russland wird Interimspräsident Wladimir Putin mit 52,6% der Stimmen bestätigt.

Von den weiteren zehn Kandidaten erweist sich nur Gennadi Sjuganow, der Chef der Kommunistischen Partei, mit 29,3% als ernst zu nehmender Gegner. Weit abgeschlagen sind der Reformer Grigori Jawlinski (5,8%), der kommunistische Gouverneur von Kemerowo, Aman Tulejew (3,0%), sowie der Ultranationalist Wladimir Schirinowski (2,7%).

Putin, den viele Russen bereits als »Retter der Nation« betrachten, profitiert vom Bonus eines Amtes, das ihm anfänglich nicht durch das Wählervotum, sondern durch die Gunst seines Vorgängers Boris Jelzin zugewachsen ist. Der 68-Jährige, der schon seit längerem gesundheitlich angeschlagen war, erklärte am 31. Dezember 1999 überraschend seinen Rücktritt und machte Regierungschef Putin zum Interimspräsidenten.

Wladimir Putin (*1952) trat nach dem Jurastudium in die Dienste des sowjetischen Geheimdienstes KGB und brachte es bis zum Vorsitzenden des Inlandsgeheimdienstes FSB. Im August 1999 ernannte Jelzin ihn zum Premier.

Zugleich ging Putin auf Distanz zu Jelzin. Zwar unterzeichnete er einen Erlass, der seinen Amtsvorgänger lebenslange Immunität zusicherte, in den folgenden Monaten klagte er aber immer häufiger über die »gravierenden Versäumnisse in den vergangenen Jahren«, die »Armut der Bevölkerung« und den »katastrophalen Verlauf des Tschetschenien-Krieges in den Jahren 1994 und 1996«.