28. April 1969: De Gaulle tritt ab

28. April 1969: De Gaulle tritt ab

+++ VOR 50 JAHREN +++

Mit dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle tritt einer der weltweit bedeutendsten Politiker des 20. Jahrhunderts ab.

De Gaulle erklärt nach einem für ihn negativ verlaufenen Referendum seinen Rücktritt. Sein interimistischer Nachfolger wird verfassungsgemäß Senatspräsident Alain Poher.

Der Staatspräsident hatte ein Referendum zur Regional- und Senatsreform zur Vertrauensfrage gemacht. Die Wahlberechtigten stimmten am 27. April mit 52,41% gegen die Reform. De Gaulle bestimmte wie kein anderer die Politik Frankreichs seit 1940. Sein politisches Denken und Handeln war geprägt von Sendungsbewusstsein und dem Glauben an einen persönlichen »Kontrakt mit Frankreich«. In seinem politischen Führungsstil verbanden sich Elemente des Ancien Régime mit modernen Zügen. De Gaulle sicherte sich im Zweiten Weltkrieg die Führung der französischen Exilkräfte und zog 1944 in das befreite Paris ein. 1958 wurde er zum ersten Präsidenten der neu geformten Fünften Republik. Gemeinsam mit dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer trug er zur deutsch-französischen Annäherung bei. Am 15. Juni entscheidet der Gaullist Georges Pompidou im zweiten Wahlgang die Präsidentschaftswahlen für sich und wird Nachfolger de Gaulles.

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Zeitungen zum 28.04.1969