28. Februar 1919: Räterepubliken

28. Februar 1919: Räterepubliken
Verkündung der Machtübernahme durch den Arbeiter- und Soldatenrat in Bremen am 15. November 1918 - Barth [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

+++ VOR 100 JAHREN +++

Auf dem Schlossplatz in Braunschweig proklamieren Kommunisten am 28. Februar die Räterepublik und die Diktatur des Proletariats. Der Landtag der Republik Braunschweig wird für abgesetzt erklärt.

Nachdem im Deutschen Reich die Entscheidung für eine parlamentarische Republik gefallen ist, bilden sich lokale Räterepubliken, die meist von Mitglieder der KPD und der USPD ausgerufen werden. Sie bleiben jedoch erfolglos, weil sie isoliert sind, vielfach keine klaren Vorstellungen über die Ziele bestehen und die Reichsregierung die Aufstände durch regierungstreue Truppen und gegenrevolutionäre Freikorps niederschlagen lässt. So spricht sich bereits am 1. März, einen Tag nach Ausrufung der Räterepublik, die Braunschweiger Arbeiterschaft mit 169 zu 59 gegen die Räterepublik aus. da sie »zu früh« komme. Beschlossen wird, in allen Betrieben eine Urabstimmung durchzuführen. Bei dieser Abstimmung spricht sich zwar eine geringe Mehrheit für die Räterepublik aus, doch wegen der geringen Abstimmungsbeteiligung verzichtet der Revolutionäre Aktionsausschuss auf die definitive Proklamation der Räterepublik.

Am 4. Februar hat die Freikorps-Division Gerstenberg Bremen besetzt und die dort seit dem 10. Januar bestehende Räterepublik zerschlagen. Auf Anordnung der Reichsregierung wurde noch am selben Tag eine Übergangsregierung gebildet, der fünf Mitglieder der republiktreuen MSPD angehören. Am 22. Februar proklamierten KPD und USPD in Mannheim die Räterepublik Baden. Ministerpräsident Anton Geiß (MSPD) ließ den Belagerungszustand über das Land verhängen. Verhandlungen führten am 24. Februar dazu. dass die Räterepublik Baden für nicht bestehend erklärt wurde. Der Revolutionäre Arbeiterrat trat zurück.

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Zeitungen zum 28.02.1919