28. März 1979: »Beinahe-GAU« bestätigt Kernkraft-Kritiker

28. März 1979: »Beinahe-GAU« bestätigt Kernkraft-Kritiker

+++ VOR 40 JAHREN +++

Im Kernkraftwerk Three Mile Island kommt es zum bisher schwersten Störfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie.

Aus dem Druckwasserreaktor im US-Bundesstaat Pennsylvania treten radioaktiver Dampf und radioaktives Wasser aus. Es besteht außerdem Explosionsgefahr. Bei der Bevölkerung führt die Nachricht von dem Störfall zu einer Panik.

Technisches und menschliches Versagen liegen dem Unfall zu Grunde. Zunächst bricht in der drei Monate alten Anlage das Kühlsystem zusammen. Dann schalten Mitarbeiter in Unkenntnis der gefährlichen Situation das Ersatzsystem ab, worauf Dampf und Wasser austreten. Eine längere Überhitzung hätte das Durchschmelzen der Brennstäbe und somit einen GAU (Größter Anzunehmender Unfall) wie in Tschernobyl (26.4.1986) bedeutet. Die Gefahr, dass sich durch den radioaktiven Dampf eine Explosion ereignet, gilt erst nach einer Woche als gebannt.

Kernkraftwerk Three Mile Island, vereinfachte schematische Darstellung von Block 2. - Public domainPublic domainfalsefalseThis image is a work of a Nuclear Regulatory Commission employee, taken or made as part of that person's official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain in the United States. traced by User:Andrew c, labeled by User:Stannered, tranlated by Furfur [Public domain], via Wikimedia Commons

Kernkraftwerk Three Mile Island, vereinfachte schematische Darstellung von Block 2. – Public domainPublic domainfalsefalseThis image is a work of a Nuclear Regulatory Commission employee, taken or made as part of that person's official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain in the United States. traced by User:Andrew c, labeled by User:Stannered, tranlated by Furfur [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Bevölkerung reagiert mit einer Massenflucht. Autokolonnen verstopfen die Ausfallstraßen. Das Telefonnetz bricht zusammen. Eine Untersuchungskommission kommt zu dem Schluss, dass der Störfall sich zwar aus technischen Mängeln entwickelte, die Bedienungsmannschaft aber den entscheidenden Fehler machte. Die vom defekten Kraftwerk ausgehende Umweltgefahr wird heruntergespielt: Es werde im Umkreis von 80 km nur zehn Krebstote mehr geben. Unberücksichtigt bleibt dabei die Verseuchung des Susquehanna-Flusses durch 1,5 Mio. l radioaktiven Wassers. Mit dem Unglücksreaktor werden fünf baugleiche Typen abgeschaltet.

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Zeitungen zum 28.03.1979