28. November 1994: Oslo: Nein zur Europäischen Union

28. November 1994: Oslo: Nein zur Europäischen Union
Flagge von Norwegen - Dbenbenn [Public domain], from Wikimedia Commons

+++ VOR 25 JAHREN +++

Wie schon 1972 sprechen sich die Norweger mehrheitlich gegen den Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union (EU) aus.

Mit 52,2% der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 88% lehnen die Norweger die Einbindung in die EU ab. Im Gegensatz zu Österreich, Finnland und Schweden, deren Wähler den Beitrittswillen ihrer Regierungen in Volksabstimmungen bekräftigt haben, setzen die Norweger auf einen eigenständigen Kurs.

Zwar hat das Referendum verfassungsrechtlich nur empfehlenden Charakter, jedoch verzichtet das Parlament nach der Volksbefragung auf eine Abstimmung über das Beitrittsersuchen der Regierung.

Die äußerst hitzige Debatte über die EU-Mitgliedschaft ist vor allem von zwei Frauen geführt worden. Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland als EU-Befürworterin hatte vergeblich versucht, zumindest ihre Partei und deren Anhängerschaft hinter sich zu bringen. Brundtlands Gegenspielerin, die Vorsitzende der Zentrumspartei, Anne Enger Lahnstein, konnte mit einer emotionalen und teilweise polemischen Kampagne große Teile der Bevölkerung für ihr Nein zur EU gewinnen. Sie argumentierte, dass nationale Selbstständigkeit mit einer EU-Mitgliedschaft unvereinbar sei.

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Zeitungen zum 28.11.1994