28. September 1994: Die »Estonia« sinkt

28. September 1994: Die »Estonia« sinkt
Eine der Rettungsinseln der "Estonia" mit dem Boden nach oben. - Accident Investigation Board Finland. [Public domain], via Wikimedia Commons

+++ VOR 25 JAHREN +++

Nur 137 der 1048 an Bord registrierten Menschen überleben den Untergang der Fähre »Estonia« vor der Südküste Finnlands.

Das estnische Schiff sinkt, nachdem in schwerer See die äußere Bugklappe abgerissen ist. Die Fähre befand sich rd. 35 km südwestlich der finnischen Insel Utö, als sie um 0.24 Uhr SOS funkte und den Ausfall der Maschinen und Elektrik meldete.

Experten gehen davon aus, dass die »Estonia« innerhalb von 30 Minuten sank und die meisten Passagiere im Schlaf von dem Unglück überrascht wurden. Die Rettungsarbeiten werden durch Nebel, Sturm und hohen Seegang behindert. Zwölf Schiffe sowie 26 Hubschrauber suchen tagelang nach Überlebenden. Die meisten Opfer sind mit der »Estonia«, in die Tiefe gerissen worden. Jedoch sterben auch zahlreiche Menschen, die sich zunächst aus dem Schiff retten konnten, weil sie zu spät gefunden werden.

Da sich der Unglücksort in einem relativ stark befahrenen Seegebiet befindet, war bereits etwa eine Stunde nach Abbruch des Funkkontakts die Mariella, eine Fähre der Viking Line, am Unglücksort. Starker Wellengang bis zu 10 m Höhe behinderte die Rettungsmaßnahmen. Lediglich 137 Menschen überlebten das Unglück. Die meisten Passagiere konnten das sinkende Schiff nicht verlassen, da ihnen keine Zeit mehr zur Flucht ins Freie blieb. Ein Teil der Passagiere, denen dennoch die Flucht von Bord der Estonia gelang, starb im etwa 13 °C kalten Wasser der Ostsee oder auf den Rettungsinseln an Unterkühlung.Mindestens 852 Menschen kamen bei der bisher größten Schiffskatastrophe in Friedenszeiten auf der Ostsee ums Leben; nur 94 von ihnen wurden geborgen.

Nach dem Unglück setzt aufs Neue die Diskussion über die Sicherheit der Ro/Ro-Schiffe (Roll on/Roll off) ein, von denen weltweit 4500 im Einsatz sind. Bei dieser Art Fähren fahren die Autos in Höhe der Wasserlinie durch große Bug- und Heckklappen in das Schiff und können es wieder verlassen, ohne rückwärts fahren zu müssen.

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Zeitungen zum 28.09.1994